Der «mittlere Sommer» tritt selten auf und ist ein künstliches Konstrukt. Meist herrscht nasseres oder trockeneres Wetter, gibt es mehr oder weniger Hitzetage als im langjährigen Mittel. Dennoch dient das langjährige Mittel als Referenz, um das Wetter klimatologisch einzuordnen und wird deshalb auch Klimamittel genannt. Aufgrund der globalen Erwärmung ändert sich das Klimamittel fortlaufend.
Im folgenden Gedankenexperiment vergleichen wir den Sommer 2026 mit dem Klimamittel einer Welt mit 3 Grad globaler Erwärmung gegenüber vorindustriell (1871–1900; globale Erwärmungsniveaus). Unter den derzeit geplanten Massnahmen zur globalen Emissionsreduktion steuern wir bis Ende Jahrhundert auf eine solche 3-Grad-Welt zu. Wir vergleichen den Sommer 2026 nun mit dem mittleren Sommer der 3-Grad-Welt, dem sogenannten «Zukunftssommer». Dabei sorgt das Wetter auch in dieser Welt dafür, dass die Sommer mal wärmer oder kälter, mal nasser oder trockener sind als der (mittlere) Zukunftssommer.
Ein durchschnittlich warmer Zukunftssommer
Gemäss aktuellem Stand war der gesamte Sommer 2026 +3,1 °C wärmer als im Mittel der Referenzperiode 1991–2020. Dieser Wert beinhaltet vergangene Messungen sowie Prognosen für den Rest des Sommers (Stand: 16. August). Der Zukunftssommer einer 3-Grad-Welt würde im Vergleich rund +3,6 °C wärmer ausfallen (Abb. 1).