Am Freitag stiegen die Tagesmaxima abermals auf 35 bis 38 Grad. Doch nicht nur die Tageshöchstwerte waren in den vergangenen zwei Tagen aussergewöhnlich, sondern auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.

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Wetter
Am Freitag stiegen die Tagesmaxima abermals auf 35 bis 38 Grad. Doch nicht nur die Tageshöchstwerte waren in den vergangenen zwei Tagen aussergewöhnlich, sondern auch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.

Am heutigen Freitag wurde der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle erreicht. Mit dem Hochdruckgebiet über Osteuropa, das im Verlauf des Wochenendes seinen Einfluss in der Schweiz verliert, wird aktuell noch sehr heisse Luft in unser Land transportiert. Am Donnerstag und Freitag wurden dabei einige Temperaturrekorde für den Monat August gebrochen. Die höchsten Temperaturen wurden auf der Alpennordseite in Basel/Binningen und in Gösgen mit jeweils 38.1 Grad gemessen.

In diesem Hochsommer ist auffällig, dass die Temperaturunterschiede im Flachland zwischen der Nacht und dem Tag sehr hoch sind. Normalerweise ist eine Temperaturamplitude von 20 Grad öfters im Frühling zu beobachten, wenn die Vegetation noch nicht stark entwickelt ist. In dieser Jahreszeit dominiert in Bodennähe der sensible Wärmefluss, während der latente Wärmefluss durch die noch nicht entwickelte Vegetation tief ist. Dies hat zur Folge, dass die Temperaturen tagsüber schnell ansteigen, aber in der Nacht auch wieder rasch sinken.
Allgemein ist im Sommer dieser Effekt weniger stark ausgeprägt, da der latente Wärmefluss, verursacht durch Verdunstung und Transpiration durch die Vegetation, einen grösseren Anteil am Energiehaushalt der Erdoberfläche als der sensible Wärmefluss hat. Allerdings treten in diesem sowie auch in anderen extrem heissen Sommern im Flachland immer wieder Temperaturamplituden von 20 Grad oder mehr auf. Grund dafür ist die vor allem in den vergangenen Wochen und Monaten leidende Vegetation unter der Trockenheit, wodurch der latente Wärmefluss geschwächt wird und im Gegenzug der sensible Wärmefluss verstärkt wird.
An prädestinierten Stationen mit extremer Trockenheit im unteren Aaretal (Buchs/Suhr, Wynau) sowie in Kloten schafften es die Tage wie der 30. Juli oder der gestrige 13. August in die Top 10 der Tage mit der höchsten Temperaturamplitude (z.B. gestern 22.2 Grad Differenz zwischen Temperaturmaximum und -minimum an der Station Kloten) seit Messbeginn. Neben dem Sommer 2026 sticht in dieser Statistik wenig überraschend das Jahr 2003 heraus, wo ebenfalls viele Spitzenwerte bei der Temperaturamplitude erreicht wurden.
Auch heute war die Temperaturamplitude extrem hoch. In Wynau wurden am frühen Morgen noch 14.0 Grad gemessen, während die Maximaltemperatur mit einem Rekord für den Monat August 36.9 Grad betrug (Stand 16:30). Die Temperaturamplitude von 22.9 Grad entspricht einem neuen Höchstwert und übertrifft nochmals den 30. Juli. In Kloten betrug sie mit 22.8 Grad nur unwesentlich weniger. Auch an anderen Stationen betrug die Temperaturamplitude im Flachland 20 bis 22 Grad.

In klimatischen Trends lassen sich langfristige (saisonale oder jährliche) Anomalien der Bodenfeuchte und der Temperatur in einen Zusammenhang setzen. Die beiden Faktoren stehen in einer direkten, wechselseitigen Feedback-Schleife. Eine Abnahme der Bodenfeuchte führt zu einem Rückgang der Evapotranspiration (Verdunstung aus Boden und Gewässern sowie Wasserabgabe von Pflanzen über ihre Blätter). Dies führt zu einem Rückgang des latenten Wärmeflusses, der sensible Wärmefluss steigt an und die Temperaturmaxima steigen als Folge. Ein Anstieg der Bodenfeuchte hat den genau umgekehrten Effekt, die Temperaturmaxima werden gedämpft. Diese Feedback-Schleife ist eine der Hauptgründe, warum in diesem Sommer die Temperaturmaxima in der Schweiz noch ein paar Grad höher ausfielen, als es typischerweise bei einer vergleichbaren Luftmasse in einem anderen Sommer mit weniger trockenen Böden geschehen wäre.
