Gleich drei Hurrikane bewegen sich zurzeit über dem Pazifik. Wir erklären den Zusammenhang mit dem Klimaphänomen El-Niño, welches sich aktuell in ungewöhnlicher Stärke etabliert.

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Gleich drei Hurrikane bewegen sich zurzeit über dem Pazifik. Wir erklären den Zusammenhang mit dem Klimaphänomen El-Niño, welches sich aktuell in ungewöhnlicher Stärke etabliert.

Das Klimaphänomen El-Niño (ausführliche Erklärung auf unserer Website) basiert auf einer signifikanten Erwärmung des östlichen tropischen Pazifiks und führt zu weltweiten Auswirkungen. Es tritt dieses Jahr besonders ausgeprägt auf. Bereits im Frühling dieses Jahres zeichnete sich ab, dass im zweiten Halbjahr 2026 mit einem starken El-Niño zu rechnen ist (Blog vom 28. April). Anfangs Sommer verstärkten sich diese Signale, wie wir im Blog vom 10. Juni bereits berichteten.

Nun befinden wir uns in einem El-Niño mit einer sehr starken positiven Anomalie der Meeresoberflächentemperatur im östlichen äquatorialen Pazifik (wichtigster Indikator für El-Niño, aktuelle Einschätzung). Die Prognosen zeigen eine weitere Verstärkung bis Ende Jahr und einen Höhepunkt um den Jahreswechsel. Gemäss Experten der NOAA (Zentrum für Wetter- und Klimavorhersagen in den USA ) gibt es eine 90% Wahrscheinlichkeit für ein extrem starkes El-Niño Ereignis für den Winter 2026/2027 und die Wahrscheinlichkeit für ein historisch starkes El-Niño ist ebenfalls deutlich erhöht. So gut wie sicher ist, dass dieses El-Niño Ereignis bis im Februar 2027 anhält.
Die Zusammenhänge sind komplex, jedoch dämpft El-Niño üblicherweise die Hurrikan-Aktivität im Atlantik (Arbeitsbericht tropische Wirbelstürme, aktuelle Einschätzung Nordatlantik), während sie über dem Pazifik verstärkt wird. Ein naheliegender Grund dafür ist die besonders hohe Meeresoberflächentemperatur, aktuell im Pazifik teils über 30 Grad. Für die Entstehung eines Hurrikans muss die Wassertemperatur mindestens 26 Grad betragen, damit die Wärme- und Feuchtezufuhr ausreicht.

Ein Blick auf das aktuelle Satellitenbild des Pazifiks zeigt gleich drei Hurrikane: Lowell südsüdwestlich von Hawaii, Marie westlich von Mexiko und Karina dazwischen. Über dem Atlantik hingegen gibt es aktuell keine Hurrikane oder tropischen Stürme.
Dies ist natürlich eine Momentaufnahme. Ein Blick in die Statistik bestätigen jedoch die Auswirkungen auf die Hurrikan-Aktivität über den beiden Ozeanen.
Für 2026 lag die Hurrikan-Aktivität im zentralen Pazifik satte 181% über der Norm (1991-2020,). Gemessen wird dies an einem Index (ACE), welcher nicht nur die Anzahl Hurrikane, sondern insbesondere deren Stärke und Dauer vergleicht. Für den östlichen Pazifik ist die Aktivität 2026 ebenfalls erhöht, und zwar um 32%. Im Nordatlantik hingegen liegt sie 90% unter der Norm. Dies sind aktuelle Werte, sie werden sich im Laufe der nächsten Monate (Hochsaison Hurrikane) noch ändern.