Die Temperaturen weisen aktuell sowohl zwischen Tag und Nacht, aber auch zwischen verschiedenen Expositionen sowie Hang- und Muldenlagen sehr grosse Unterschiede auf. Wir gehen im heutigen Meteoblog auf diese Verschiedenheiten ein.

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Wetter
Die Temperaturen weisen aktuell sowohl zwischen Tag und Nacht, aber auch zwischen verschiedenen Expositionen sowie Hang- und Muldenlagen sehr grosse Unterschiede auf. Wir gehen im heutigen Meteoblog auf diese Verschiedenheiten ein.

Gestern wurden in Basel der bisher späteste Hitzetag auf der Alpennordseite aufgezeichnet. Dazu beigetragen hat eine sehr warme Luftmasse, welche aus Südwesten eingeflossen ist, sowie eine klare Luft, welche eine hohe Einstrahlung tagsüber zur Folge hatte und nicht zuletzt auch die immer noch sehr trockenen Böden.
Demgegenüber war es nachts recht kühl, so wurde in Basel ein Tagesminimum von 9 Grad registriert. Da die Station Basel-Binningen auf einer Anhöhe liegt, wo die kalte Luft abfliessen kann, kann angenommen werden, dass es in unbebauten Ebenen in der Region Basel nachts noch deutlich kühler war. In der weiteren Umgebung von Basel wurden denn auch Tiefstwerte von 6 Grad aufgezeichnet, so im Hochrheintal. Damit muss angenommen werden, dass in der Region Basel die Temperaturdifferenz zwischen dem Tagesminimum und dem Tagesmaximum lokal rund 24 Grad betrug.
Im nicht allzu weit entfernten Delémont, welches nachts oft einen Kaltluftsee aufweist, wurde tatsächlich eine Temperaturdifferenz von 24 Grad gemessen, wobei der Tiefstwert bei 6.0 Grad lag und der Höchstwert mit 29.6 Grad die 30-Grad-Marke nur knapp verfehlte.



In West-Ost-gerichteten Alpentälern ist zurzeit tagsüber der Unterschied zwischen einem Nord- und Südhang sehr gross. Dies gilt insbesondere dann, wenn der nordexponierte Hang sich bereits fast ganztags im Schatten liegt. Bei Piotta in der oberen Leventina, wo der Nordhang fast keine Sonne mehr erhält, war es in den letzten Tagen rund 5 Grad kälter als am Südhang, wo die Sonne um die Mittagszeit im steilen, fast rechten Winkel auf den Hang scheint. Ähnliches beobachtet man in vielen Alpentälern, welche West-Ost orientiert sind. Im Juni beträgt dieser Unterschied weniger als 1 Grad.

Sehr gross sind derzeit die Temperaturunterschiede während der Nacht zwischen Muldenlagen und benachbarten Hängen. Während nämlich in Muldenlagen sich bereits ausgeprägte Kaltluftseen bilden, bleibt es besonders an steilen Hängen oder auf Berggipfeln, wo die durch negative Strahlungsbilanz gebildete Kaltluft sofort abfliesst, auffallend mild.
In La Brévine beispielsweise zeigte gestern das Thermometer am Morgen minimal -2.1 Grad an, während auf dem Chaumont das Temperaturminimum bei 13.7 Grad lag. Dies, obwohl der Chaumont nur gerade 90 Meter höher liegt als La Brévine.


Für einen Hitzetag reichte es heute nirgendwo in der Schweiz. Jedoch wurde in der Nordschweiz zwischen Basel und Schaffhausen verbreitet 28 Grad erreicht oder überschritten, ebenso am Jurasüdfuss zwischen Solothurn und dem Wasserschloss. Bemerkenswert warm war es in Ilanz auf knapp 700 Metern mit 29.0 Grad und besonders in Disentis auf 1200 Metern mit 28.2 Grad.
