Bei den Gewittern am Dienstagabend baute sich in der Westschweiz allmählich ein ausgeprägter Druck- und Temperaturgradient auf. Auf kurzer Distanz wurde ein Druckunterschied von knapp 3 hPa beziehungsweise ein Temperaturunterschied von etwa 5 Grad beobachtet. Dies führte dazu, dass im Vorfeld der Gewitter der Wind entsprechend stark auffrischte und schlussendlich eine kräftige Böenfront entstand.
Eine solche Böenfront eilt den Gewittern typischerweise voraus und kann unter Umständen sogar mehrere Kilometer vor den eigentlichen Gewittern auftreten. Gelegentlich entstehen entlang der Böenfront neue Gewitter.
Eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Böenfront kann grundsätzlich bei jedem Gewittercluster enstehen. Unter idealen Bedingungen, wie sie am Dienstagabend vorhanden waren, können entlang einer Böenfront aber verbreitet Sturmböen auftreten. Dies bevorzugt dann, wenn die Luft in den unteren und mittleren Schichten der Troposphäre im Vorfeld der Gewitter trocken ist und die Gewitter eine hohe Wolkenbasis haben. In solchen Fällen ist die Verdunstungsabkühlung besonders ausgeprägt und es können starke Abwinde, im Extremfall auch heftige Downbursts (Fallböen) entstehen.