Das farbige Phänomen entsteht durch Brechung und Reflektion des Sonnenlichtes an Regentropfen, deren Grösse zwischen 0.25 und etwa 3 mm liegt. Das Licht wird in seine Einzelfarben aufgebrochen und in einem Winkel von etwa 42 Grad reflektiert. Da sowohl Regen wie auch Sonnenschein nötig sind, erscheinen Regenbogen typischerweise bei punktuell auftretenden Schauern und Gewittern.

Je tiefer die Sonne am Himmel steht, desto grösser und eindrucksvoller erscheint der Regenbogen. Frühmorgens oder am späten Nachmittag und Abend stehen die Chancen am besten. Bei grossen Regentropfen wird das Sonnenlicht stärker gebrochen und der Regenbogen erscheint besonders leuchtend und klar. Bei kleinen Tropfen wirken die Farben blasser. Und wenn hinter dem Regenbogen noch die dunkle Schauer- oder Gewitterwolke abzieht, ist der Kontrast für die Farben optimal.
Auch wenn Regentropfen und Sonnenschein vorhanden sind, ist nicht immer ein Regenbogen sichtbar. Der Grund liegt in der Brechung im Winkel von etwa 42 Grad: Steht die Sonne höher als 42 Grad über dem Horizont, wird der Regenbogen in den Boden hineinprojiziert und ist nicht zu erkennen. Im Sommerhalbjahr ist tagsüber entsprechend kein Regenbogen möglich. Am längsten Tag des Jahres mit einem Sonnenhöchststand von 66 Grad über dem Horizont treten Regenbogen sogar erst am Abend nach 17 Uhr in Erscheinung. Erst sind sie tief über der Erdoberfläche zu sehen und ragen mit tiefer werdendem Sonnenstand immer weiter in den Himmel hinauf.
Manchmal ist neben dem Hauptregenbogen (1. Ordnung) auch ein Nebenregenbogen (2. Ordnung) zu erkennen. Bei einem Nebenregenbogen wird das Sonnenlicht an der Tropfeninnenwand doppelt gebrochen und zur Beobachterin / zum Beobachter reflektiert. Die Farben des Nebenregenbogens erscheinen entsprechend in umgekehrter Reihenfolge im Vergleich zum Hauptregenbogen.

Bei einem doppelten Regenbogen ist zwischen den beiden Bögen «Alexanders dunkles Band» gut zu erkennen. In diesem Bereich des Himmels wird das Sonnenlicht nur bedingt in unsere Augen reflektiert, weswegen wir es als dunkler wahrnehmen.
