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IPCC

Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) fasst in regelmässigen Abständen den aktuellen Wissensstand zum Klimawandel in einem Sachstandsbericht zusammen. Er schafft damit die Grundlage für wissenschaftsbasierte Entscheidungen in der Politik zu Klimaschutz und Klimaanpassung. MeteoSchweiz ist am Bericht beteiligt.

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Der IPCC, im Deutschen oft als Weltklimarat bezeichnet, wurde 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ins Leben gerufen. Der IPCC ist ein zwischenstaatliches und wissenschaftliches Gremium, das im Abstand von rund sechs Jahren (Berichtszyklus) den aktuellen Kenntnisstand zum Klimawandel in einem Sachstandsbericht zusammenfasst und aus wissenschaftlicher Sicht bewertet. Dabei betreibt der IPCC selbst keine Forschung, sondern beruft sich auf anerkannte und begutachtete Publikationen. Als Weltklimarat bietet er Grundlagen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen der Politik, gibt jedoch keine konkreten Handlungsempfehlungen.

Wie ist ein IPCC-Bericht aufgebaut?

Insgesamt besteht ein IPCC Sachstandsbericht aus drei Teilen, die im Abstand von einigen Monaten veröffentlicht werden. Jeder Teilband ist einer Arbeitsgruppe (engl.: working group, WG) zugeordnet. Zu jedem Teilband wird zusätzlich eine Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung der Regierungen (engl.: Summary for Policymakers, SPM) erstellt und von Wissenschaft und IPCC-Mitgliedstaaten in einer mehrtägigen Plenarsitzung verabschiedet. Auf diese Zusammenfassung können Regierungen Einfluss nehmen und Änderungsvorschläge machen. Die wissenschaftlichen Aussagen des Berichts bleiben jedoch unverändert.

Die erste Arbeitsgruppe (WG I) befasst sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels und schätzt die zukünftige Entwicklung des Klimas ab, gestützt auf Klimaszenarien mittels globaler Klimamodelle.

In der zweiten Arbeitsgruppe (WG II) werden die Auswirkungen des Klimawandels für die Natur und den Menschen behandelt und Möglichkeiten der Anpassung aufgezeigt.

In der dritten Arbeitsgruppe (WG III) geht es um politische, wirtschaftliche und technologische Optionen zur Minderung des menschgemachten Klimawandels.

Zudem werden in der Regel auch Sonderberichte zu eng umgrenzten Einzelthemen im Zusammenhang mit dem Klimawandel erstellt, zum Beispiel der Sonderbericht über 1,5 °C globale Erwärmung (SR1.5). Die drei Teilbände der jeweiligen Arbeitsgruppen und die Sonderberichte eines Berichtszyklus werden in einem Synthesebericht (SYR) zusammengefasst, für den wiederum ebenfalls eine Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung verfügbar ist (SYR).

Wie werden die IPCC-Berichte erstellt?

Das Verfahren der Berichtserstellung und -verabschiedung läuft für alle drei Teilbände des IPCC gleich ab.

In einem ersten Schritt legen Wissenschaft, politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger sowie weitere Personen konkrete Themen und die Struktur für den Bericht fest. Für jedes Kapitel wird ein Team von Autorinnen und Autoren zusammengestellt. Bei der Auswahl wird vor allem auf die wissenschaftliche Expertise geachtet und darauf, dass unterschiedliche Fachdisziplinen vertreten sind.

Im eigentlichen Schreibprozess nutzen die Teams bereits veröffentlichte Erkenntnisse, möglichst aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften, tragen diese zusammen und bewerten sie. Die erstellten Entwürfe durchlaufen anschliessend ein mehrstufiges Begutachtungsverfahren, das in einer ersten Runde von wissenschaftlichen Fachleuten und in einer zweiten Runde von Regierungsvertretern der Mitgliedstaaten durchgeführt wird. Pro Bericht müssen die jeweiligen Autorinnen und Autoren zehntausende Kommentare aus aller Welt angemessen beachten und Änderungen schriftlich begründen.

Als letzten Schritt der Begutachtung werden die Zusammenfassungen für die politische Entscheidungsfindung (SPM) auf einer mehrtägigen Plenarsitzung von Wissenschaft und Regierungen der Mitgliedstaaten Satz für Satz verabschiedet. Ziel der Zusammenfassung ist es, die komplizierten Zusammenhänge klar und verständlich auszudrücken. Formulierungen dürfen von den Regierungen jedoch nur dann geändert werden, wenn die Aussage durch den Bericht gedeckt ist, so dass die wissenschaftliche Korrektheit sichergestellt bleibt. Mit der formellen Zustimmung des Plenums zum Bericht und zur Zusammenfassung für die politische Entscheidungsfindung erkennen die Mitgliedsstaaten die wissenschaftlichen Aussagen des IPCC offiziell an.

Was ist die Rolle von MeteoSchweiz?

Als IPCC Mitgliedsstaat ist auch die Schweiz an der Plenarsitzung vertreten. Die Schweizer Delegation wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) geleitet.

Die Rolle von MeteoSchweiz ist die wissenschaftliche Begleitung zu den physikalischen Grundlagen der Schweizer Delegation. Dementsprechend ist MeteoSchweiz jeweils auch bei der Begutachtung der Zusammenfassung für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger involviert. Beim Bericht zu den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels (WG I) sind die Resultate sehr eng mit den Aktivitäten an den nationalen Wetterdiensten verknüpft. Unter anderem wird in diesem Bericht der aktuelle Wissensstand zum vergangenen, aktuellen und zukünftigen Klima auf globaler und regionaler Ebene präsentiert.

Zusätzlich erfüllt MeteoSchweiz durch ihre Forschung im Bereich Klima und Klimawandel und dem Verfassen von wissenschaftlichen Beiträgen eine wichtige Rolle im IPCC-Prozess.