Das Projekt Climandes 2 (Servicios CLIMáticos con énfasis en los ANdes en apoyo a las DEcisioneS) stärkte die bestehende Partnerschaft und den Wissensaustausch zwischen den Gebirgsländern Peru und Schweiz. Es war ein Pilotprojekt des globalen Rahmenwerks für Klimadienstleistungen (Global Framework for Climate Services, GFCS). Die gemeinsamen Projektaktivitäten unterstützten den peruanischen Wetterdienst (SENAMHI) und das regionale WMO-Ausbildungszentrum an der Universität La Molina (UNALM) in Lima. Das Projekt bestand aus drei sich ergänzenden Modulen.
Ziel des Projektes Climandes 2 war, für den Landwirtschaftssektor in den Anden massgeschneiderte und qualitativ hochwertige Klimadienstleistungen zu entwickeln. Da die Verfügbarkeit von Wasser die landwirtschaftliche Produktion massgeblich beeinflusst, war es das Ziel des Moduls 1, verbesserte Informationen zu Niederschlag und Trockenheit bereitzustellen. Dabei wurden das aktuelle Klima überwacht sowie saisonale Vorhersagen für die Anden erstellt. Die Entwicklung der Klimadienstleistungen in Modul 1 war eng an das Modul 3 gekoppelt, in welchem unter anderem die spezifischen Bedürfnisse des Agrarsektors an Klimadienstleistungen erhoben wurden.
Climandes 2 verfolgte das Ziel, die akademische Ausbildung in Meteorologie und Klimatologie in Peru zu verbessern. Dadurch wurde die Entwicklung von hochwertigen Klimadienstleistungen in den Anden sichergestellt. In Modul 2 wurde die Ausbildung des peruanischen Wetterdienstes und des regionalen Trainingscenters der WMO an der Universität La Molina (WMO-RTC) gestärkt. Am SENAMHI und am WMO-RTC wurden E-Learning-Materialien entwickelt und in bestehende und neue Kurse eingebunden. Die Ausbildungsangebote des SENAMHI und des WMO-RTC wurden promotet und verbreitet, so dass auch andere Länder in der Andenregion davon profitieren können.
Das Modul 3 hatte zum Ziel, Brücken zu schlagen zwischen Nutzenden und Anbietenden von Klimadienstleistungen, sodass Klimainformationen optimal auf die Bedürfnisse der Nutzenden zugeschnitten werden konnten. Durch einen partizipativen Prozess trug das Konzept der User Interface Platform (UIP) zur Entwicklung, Nutzung und Verbesserung von Klimadienstleistungen bei. Des Weiteren wurde der sozio-ökonomische Nutzen von Klimadienstleistungen in der Andenregion ermittelt und kommuniziert. Damit erhielten politische Entscheidungstragende eine fundierte Grundlage für die öffentliche Finanzierung der Infrastruktur und Klimadienstleistungen der nationalen Wetterdienste.
In einer Pilotstudie untersuchte das Projekt SEB Peru den sozio-ökonomischen Nutzen (SEB) eines hypothetischen Frühwarnsystems in Cusco, Peru, welches auf die Bedürfnisse der Kaffee- und Maislandwirtschaft zugeschnitten ist. Die Ergebnisse zeigen, dass kleinere Landwirtinnen und Landwirte sehr interessiert daran sind, Klimadienstleistungen zu nutzen.
Climandes 2 wurde finanziell vom Globalprogramm Klimawandel der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) getragen und durch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) koordiniert. In Peru wurde das Projekt durch den peruanischen Wetterdienst SENAMHI und die Universität La Molina implementiert. Bei der Projektdurchführung erhielten die Projektbeteiligten Unterstützung von den Universitäten Bern, Genf und Zürich, der ETH Zürich, Meteodat GmbH, J. Sauter GmbH, Helvetas Swiss Intercooperation Peru, sowie dem Schweizerischen Tropeninstitut.
