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Weather4UN

Durch das Pilotprojekt Weather4UN unterstützt die Schweiz die Entwicklung des WMO Koordinationsmechanismus (WCM). Dieser soll humanitären Organisationen den Zugang zu relevanten Wetter- und Klimainformationen verbessern sowie Beratung durch Expertinnen und Experten bereitstellen.

Projektanfang01.01.2021
Projektende31.12.2023
RegionInternational
StatusAktuelle Projekte
  • Gefahren
  • Forschung & Zusammenarbeit
  • Wetter

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Die überwiegende Mehrheit der Naturkatastrophen, welche zu humanitären Krisen führen, wird durch meteorologische Extremereignissee verursacht (IFRC). Zwischen 1970 und 2019 ereigneten sich mehr als 11’000 Katastrophen im Zusammenhang mit wetter-, klima- und wasserbedingten Gefahren. Diese forderten mehr als 2 Millionen Menschenleben und verursachen 3.64 Billionen US-Dollar an Schäden (2021 WMO Atlas of Mortality and Economic Losses from Weather, Climate and Water Extremes). Um die Auswirkungen solcher Gefahren zu verringern, ist es zentral, dass die humanitären Organisationen vorbeugende Massnahmen ergreifen und nicht erst nach dem Eintreten eines Extremereignisses.

Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO), die Vereinten Nationen und weitere humanitäre Organisationen arbeiten seit vielen Jahren zusammen, um die spezifischen Bedürfnisse an verlässliche und zeitnahe meteorologische und hydrologische Informationen zur Unterstützung von Präventionsmassnahmen zu erfüllen. Um humanitären Organisationen den Zugang zu Informationen der nationalen meteorologischen und hydrologischen Dienste zu erleichtern, hat die WMO bei ihrem Kongress 2019 eine Resolution verabschiedet. Dabei wird ein Koordinationsmechanismus (WMO Coordination Mechanism - WCM) aufgebaut, über welchen entsprechende Informationen bereitgestellt werden.

Im April 2020 beschloss der Bundesrat, zur Entwicklung dieses Mechanismus mit dem Pilotprojekt Weather4UN beizutragen. Das Projekt wird durch die MeteoSchweiz in enger Zusammenarbeit mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), der WMO und ihren Mitgliedern sowie humanitären Organisationen durchgeführt.

Weather4UN – in Kürze

Weather4UN besteht aus zwei Komponenten (Showcases). Die erste Komponente zielt darauf ab, den Zugang zu vertrauenswürdigen meteorologischen und hydrologischen Informationen zu verbessern. Die Zweite auf die Abschätzung der Auswirkungen von Extremereignissen. In beiden Fällen geht es darum, sich auf offizielle Produkte der nationalen meteorologischen und hydrologischen Dienste zu stützen und global einen einheitlichen Ansatz zu verwenden.

Der erste Projektteil zielt darauf ab, einen Prototypen (Global HydroMet Scanning Capability) zu entwickeln, der es ermöglicht, den humanitären Akteuren meteorologische und hydrologische Informationen und fachliche Beratung zur Verfügung zu stellen. Dies ermöglicht der WMO die vorbeugenden Massnahmen der humanitären Organisationen zu unterstützen.  Durch Fachwissen und halbautomatische Systeme werden die Wetter- und Klimadaten von WMO-Mitgliedern und regionalen und globalen WMO-Zentren gesammelt, analysiert und zusammengestellt. Diese Informationen werden dann über verschiedene infographische Produkte an die humanitären Organisationen verteilt. Dieser Teil des Projekts wird in enger Zusammenarbeit mit dem WMO-Sekretariat in Genf entwickelt.

Der zweite Projektteil konzentriert sich auf die Entwicklung eines Tools zur Abschätzung der Risiken und Auswirkungen von anstehenden Naturgefahren. Dies ermöglicht den humanitären Akteuren gezielte Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu planen und umzusetzen. Diese Risikoabschätzung geschieht auf Grundlage eines weltweit konsistenten, probabilistischen Risikomodells (CLIMADA) in Verbindung mit probabilistischen Wettervorhersagen der nationalen meteorologischen und hydrologischen Dienste. Dieser Projektteil wird in enger Zusammenarbeit mit Prof. D. N. Bresch (Wetter- und Klimarisiken), ETH Zürich und MeteoSchweiz) und der Internationalen the International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC).

Abbildung angepasst von Röösli et al. 2021

Letztendlich wird das Weather4UN-Projekt zur Entwicklung des WCM-Implementierungsplans beitragen, der in mehreren WMO-Arbeitsgruppen diskutiert und durch den 19. WMO-Kongress 2023 verabschiedet werden soll.