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Aktuelle nationale Klimaszenarien sind eine wichtige Grundlage für den öffentlichen und privaten Sektor, um Anpassungs- und Mitigationsmassnahmen zu planen und zu gestalten. Regionale oder lokale Abschätzungen des zukünftigen Klimawandels sind daher eine wichtige Klimadienstleistung.

Das Projekt «Klima CH2025» basiert auf dem Mandat des Bundesrats an das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, im Rahmen der Anpassungsstrategie des Bundes regelmässig aktualisierte Klimaszenarien bereitzustellen. Die Klimaszenarien werden gemeinsam mit dem Hauptpartner ETH Zürich sowie weiteren Institutionen unter dem Dach des National Centre for Climate Services (NCCS) erarbeitet.

Am 4. November 2025 wurden die Ergebnisse der Klimaszenarien Klima CH2025 veröffentlicht. Die Resultate und weitere Informationen zu Klima CH2025 finden Sie auf unserer Webseite:

Ausgangslage

Seit der Veröffentlichung der CH2018-Szenarien im Jahr 2018 haben sich sowohl die Wissenschaft, als auch die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer weiterentwickelt. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, wie sie im IPCC-Bericht (AR6) dokumentiert sind, wurden veröffentlicht, und neue hochauflösende und konvektionserlaubende Klimamodelle wurden entwickelt. Dank dem kontinuierlichen Einbeziehen der Nutzerinnen und Nutzer in die Gestaltung der Szenarien konnten MeteoSchweiz und die ETH ein detailliertes Bild der Anforderungen an die zukünftigen Klima- und Klimaänderungsinformationen gewinnen.

Die Klimaszenarien werden regelmässig aufdatiert.
Die Klimaszenarien werden regelmässig aufdatiert.

Ziele von Klima CH2025

In dem im März 2023 gestarteten Projekt Klima CH2025 wurden identifizierte Lücken in den bestehenden Klimaszenarien und zusätzliche Anforderungen aufgegriffen. Wie frühere Generationen von Klimaszenarien war das Projekt eine Zusammenarbeit von MeteoSchweiz, der ETH Zürich und weiterer Partner aus Wissenschaft und Verwaltung. 

Zwei wissenschaftliche Hauptpunkte standen dabei im Fokus:

  1. Wie können Beobachtungen und modellbasierte Klimaszenarien besser zusammengeführt werden, um konsistente und zeitlich übergreifende Informationen bedürfnisgerecht für die Nutzerinnen und Nutzer bereitzustellen?
     
  2. Wie sieht die erwartete künftige Entwicklung von Klimaextremen in der Schweiz aus und was sind die zugrundeliegenden Prozesse?

Was hat sich seit CH2018 verändert?

Die bisherigen Klimaszenarien CH2018 zeigten bereits klare Klimatrends: mehr Hitzeextreme, häufigere Starkniederschläge, trockenere Sommer und schneeärmere Winter. Während sich die qualitativen Aussagen nicht verändert haben, wurden die quantitativen Einschätzungen aktualisiert.

Über West- und Zentraleuropa ist die Temperatur seit 1980 stärker angestiegen als in den regionalen Klimamodellen berechnet wurde, die die Grundlage für CH2018 darstellten. Hierfür gibt es hauptsächlich zwei Erklärungsansätze: Einerseits ist die Luftqualität – weltweit, aber auch in Europa – seit den 1980er Jahren deutlich besser geworden, das heisst die Konzentration an Aerosolen in der Luft ist rückläufig. Infolgedessen wird weniger Sonnenlicht zurückgestreut, wodurch sich die Atmosphäre stärker erwärmt (Brightening Effect). Dies war in den bisherigen Modellen nicht direkt berücksichtigt (z.B. Wild, 2012). Andererseits spielen natürliche Schwankungen des Klimas möglicherweise eine bedeutende Rolle.

In den neuen Szenarien Klima CH2025 werden Beobachtungen und Modelle nun besser miteinander verschnitten und der modellierte Temperaturtrend an die reale Entwicklung angepasst. So zeigen die Klimaszenarien Klima CH2025 eine höhere Erwärmung als die früheren Projektionen. In einer 3-Grad-Welt entspricht dies einer etwa 10 bis 15 Prozent stärkeren Erwärmung als in CH2018.

Klima CH2025 basiert auf CH2018 und erweitert es um längere Messreihen, verbessertes Prozessverständnis und Informationen aus neuen, hochaufgelösten und konvektionserlaubenden Klimasimulationen. Ausserdem wurde die aktuelle MeteoSchweiz-Referenzperiode 1991–2020 verwendet. Zudem konnten unter anderem detaillierte Informationen zu Starkniederschlägen sowie Hitze im urbanen Raum erarbeitet werden. Mit der Einführung globaler Erwärmungsniveaus ist eine direkte Verknüpfung politischer Klimaziele mit klimatischen Auswirkungen möglich.

Referenzen:
Schumacher, D.L., Singh, J., Hauser, M. et al. Exacerbated summer European warming not captured by climate models neglecting long-term aerosol changes. Commun Earth Environ 5, 182 (2024). https://doi.org/10.1038/s43247-024-01332-8
Wild, M. (2012). Enlightening global dimming and brightening. Bulletin of the American Meteorological Society, 93(1), 27-37.