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Der September 2022 auf globaler Ebene

MeteoSchweiz-Blog | 10. Oktober 2022

Laut dem europäischen Copernicus-Dienst lag die globale Durchschnittstemperatur im September um 0,35 °C über dem Durchschnitt 1991–2020. Damit war es der viertwärmste September im Copernicus-Datensatz ab 1979, zusammen mit dem September 2016. In Europa hingegen blieb der September 0,37 °C unter dem Durchschnitt 1991–2020. In Grönland herrschte eine aussergewöhnliche Wärme, die stellenweise mehr als 8 °C über dem Durchschnitt lag - die höchsten Werte für einen September im Copernicus-Datensatz ab 1979.

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Der September 2022 in Europa

In Europa zeigte sich der September 2022 kühl im Vergleich zum Durchschnitt 1991–2020. Dies war zum grossen Teil auf eine grosse Region mit unterdurchschnittlichen Bedingungen zurückzuführen, die sich von Mitteleuropa über Finnland bis Russland erstreckte. Im Gegensatz dazu lag die Septembertemperatur in Westeuropa im Allgemeinen über dem Durchschnitt. Die Mittelmeerregion widerspiegelte noch die marine Hitzewelle im Sommer. So meldete Frankreich eine Septembertemperatur von 0,7 °C über dem Durchschnitt 1991–2020.

Die Abweichungen der europäischen Monatstemperatur zum Durchschnitt sind in der Regel grösser und variabler als die globalen Abweichungen. Der September 2022 lag im europäischen Mittel 0,37 °C unter dem Durchschnitt 1991–2020. Es war in Europa der kühlste September seit 2013.

Rekordwärme in Grönland

Die weltweit höchsten Abweichungen mit mehr als 8 °C über dem Durchschnitt 1991–2020 wurden in Grönland gemessen. In fast ganz Grönland war es der wärmste September im Copernicus-Datensatz ab 1979. Die Ursache dafür waren anhaltende Süd- und Südwestströmungen, die milde Luftmassen heranführten.

Der globale Überblick

Im westlichen Teil Nordamerikas herrschten überdurchschnittlich hohe Temperaturen. In Kanada und den USA wurden Septemberrekorde aufgestellt. So meldete Salt Lake City (Utah) eine Rekordtemperatur von 41,7 °C. Auch in einem ausgedehnten Gebiet von Nordafrika über Eurasien bis nach China gab es überdurchschnittlich warme Bedingungen. Überdurchschnittlich zeigte sich der September zudem im nördlichen Südamerika, im südlichen Afrika und im nördlichen Australien. In der Antarktis herrschten auf und um den Kontinent, wie so oft, über- und unterdurchschnittliche Temperaturen.

Septemberwerte unter dem Durchschnitt 1991–2020 gab es von Osteuropa über Sibirien bis zum Ochotskischen Meer, sowie in einem Gebiet im zentralen Südamerika, das den Süden Brasiliens, Paraguay, Uruguay und den Norden Argentiniens umfasste. Auch im grössten Teil Australiens lag die Septembertemperatur unter dem Durchschnitt 1991–2020.

Im südöstlichen Pazifik waren die Auswirkungen der La-Niña-Bedingungen mit deutlich unterdurchschnittlichen Septemberwerten klar sichtbar (Abbildung 1).

Mit einem globalen Mittel von 0,35 °C über dem Durchschnitt 1991–2020 war es der viertwärmste September im Copernicus-Datensatz ab 1979, zusammen mit dem September 2016. Der September 2022 war um etwa 0,08 °C kühler als der Rekord-September 2020.

Ausdehnung des arktischen Meereises im September 2022

Die arktische Meereisfläche erreichte um Mitte September ihr jährliches Minimum. Die monatlich gemittelte Ausdehnung des arktischen Meereises betrug 5,4 Millionen km². Das liegt 0,7 Millionen km² (oder 11%) unter dem September-Durchschnitt 1991–2020. Dieser Wert ist der 11. niedrigste für den Monat September seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 1979.

Die Copernicus Mitteilung zum September 2022 ist in englischer Sprache verfügbar.

Der September 2022 in der Schweiz

In der Schweiz zeigte sich der September in der ersten Monatshälfte warm und gewitterhaft. Kurz nach Monatsmitte floss Kaltluft zur Schweiz. In den Bergen sank die Schneefallgrenze bis auf 1400 m hinunter. Nach ein paar sonnigen aber kühlen Tagen stellte sich gegen Monatsende eine längere Niederschlagsperiode ein. In den Bergen pendelte die Schneefallgrenze zwischen 1400 und 2000 m. Der Wechsel von mild zu kühl führte im landesweiten Mittel zu einer Monatstemperatur leicht unter der Norm. Die Niederschlagsmengen lagen auf der Alpennordseite verbreitet, auf der Alpensüdseite und in Graubünden regional über der Norm.

Den umfassenden Überblick zum September 2022 in der Schweiz finden die Leserinnen und Leser im Septemberbulletin von MeteoSchweiz.