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Mehrfach-Inversionen

MeteoSchweiz-Blog | 06. November 2022
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Eine nicht ganz einfache Wetterlage beschäftigte uns heute. Nach dem kurzen Wintereinbruch in den Bergen, zog aus Westen ein Zwischenhoch über den Alpenraum hinweg. Zusammen mit den Veränderungen in den höheren Luftschichten entstanden im Temperaturprofil mehrere Inversionen, welche im Folgenden erläutert werden.

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Stabilisierung durch Zwischenhoch

Ein Zwischenhoch verlagerte sich von Frankreich über den Alpenraum ostwärts und sorgte für eine Abtrocknung und Stabilisierung der Luftmasse über der Schweiz. In der Höhe gelangte aus Westen gleichzeitig wärmere und auch etwas feuchtere Luft zu uns.

Drei Inversionen im Überblick

Der Wetterablauf von gestern auf heute brachte drei Inversionen (Temperaturzunahme mit der Höhe) zum Vorschein. Die dafür verantwortlichen Prozesse werden im Folgenden erklärt.

1. Inversion durch Warmadvektion

Die kalte Polarluft, die am Samstag etwas Schnee in den Bergen brachte, verlagerte sich heute Sonntag allmählich ostwärts. Dadurch kam als erstes eine Inversion in der Höhe zum Vorschein. Durch das Heranführen (Advektion) von wärmerer Luft in der Höhe bildet sich an der Grenze zur kälteren Luft darunter eine Inversion. Dieser Prozess begann zunächst oberhalb von ca. 5000 Metern und setzte sich bis am Sonntagmittag auf eine Höhe von knapp über 3000 Meter durch.
Mit der Warmluftadvektion gelangte auch etwas Feuchtigkeit von einem Frontensystem über Frankreich zur Schweiz. Dadurch wurde die Besonnung auf der Alpennordseite aus Westen etwas eingeschränkt.

2. Inversion durch Absinkbewegung der Luft

Eine zweite Inversion entstand durch die Eigenschaften des bodennahen Zwischenhochs. Dieses führte vorübergehend zu Absinkbewegungen in der Luftmasse, so dass die Luft erwärmt und abgetrocknet wurde.
Diese Abtrocknung und Erwärmung ist abhängig von der Stärke des Hochs und kann im Extremfall bis zur Erdoberfläche erfolgen. Im aktuellen Fall setzte sich die Erwärmung bis auf eine Höhe von ca. 1700 Meter durch.

3. Bodeninversion durch Abkühlung

Die Abtrocknung durch das Zwischenhoch verhalf zu einer typischen Strahlungsnacht. Dabei kühlte sich die bodennahe Luftschicht stark ab und liess eine markante Inversion entstehen. Mit der markanten Abkühlung und dem Abfliessen der kalten Luft aus den Alpentälern zum Mittellandbecken sank die Temperatur immer näher zum Taupunkt und führte schliesslich bei ca. 1 bis 3 Grad zur Nebelbildung.
Obwohl in der Nacht bereits hohe Bewölkung der Warmluftadvektion darüber zog, konnte die Abstrahlung nicht wesentlich gedämpft werden.

Weitere Informationen zum Thema Inversion:
https://www.meteoschweiz.admin.ch/home/wetter/wetterbegriffe/nebel-hochnebel/inversionen-und-schadstoffbelastung.html

Nach der trockenen Inversionstheorie zum Schluss noch einige herbstliche Stimmungsbilder des heutigen Tages:

Nebelmeer am Albis

Aussichten vom Stockberg