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Vorsicht Strassenglätte!

MeteoSchweiz-Blog | 10. Dezember 2022
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Heute fiel auf der Alpennordseite verbreitet Schnee bis in die Niederungen. Die Temperaturen sind mit dem Einfliessen von kälterer Luft aus Norden noch weiter gesunken. Diese Kombination führt auch für die «Flachländer» der Zentral- und Ostschweiz vermehrt zu schwierigen Strassenverhältnissen. Deshalb befassen wir uns im heutigen Blog mit den verschiedenen Arten von Strassenglätte.

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Überall im Flachland weiss

Am Vortag gab es vor allem in der westlichen Landeshälfte verbreitet einige Zentimeter Schnee bis in die Niederungen. Im zentralen und östlichen Mittelland hingegen setzte der schwache Schneefall auf den Verkehrswegen kaum richtig an, weil die Temperaturen (insbesondere die Taupunkte) noch zu hoch lagen. Heute stiess aus Norden sukzessive kältere Luft zur Alpennordseite vor. Darüber wurde mit der südwestlichen Höhenströmung weiterhin feuchte Atlantikluft herangeführt. Diese Kombination verstärkte den Schneefall bei gleichzeitig sinkenden Temperaturen. Als Folge davon waren durch die winterlichen Strassenverhältnisse die Verkehrsteilnehmer vor allem auch im Flachland der Deutschschweiz gefordert.
Dementsprechend wurden Warnungen für Schnee- oder Strassenglätte ausgegeben.

In Bezug auf Strassenwarnungen unterscheiden wir die Glättearten:

  • Glätte durch Schneematsch
  • Schneeglätte
  • Eisglätte (überfrierende Nässe)
  • Glatteis
  • Reifglätte

Diese werden im Folgenden genauer erläutert.

Glätte durch Schneematsch

Schneematsch bildet sich, wenn der gefallene Schnee auf der Strassenoberfläche teilweise schmilzt oder wenn der Schnee bereits als Nassschnee fällt. Der Schnee auf der Strassenoberfläche wird dann durch das Festpressen der Fahrzeuge schmierig oder seifig, was entsprechend eine Rutschgefahr hervorruft.

Schneeglätte

Schneeglätte entsteht durch das Festpressen des frisch gefallenen Schnees durch die Fahrzeuge. Die Fahrbahn wird dadurch glatt und rutschig. Voraussetzungen sind dabei:

  • Kurzzeitig mässiger bis starker Schneefall, mind. 2 cm pro Stunde

  • Fahrbahntemperatur gleich oder unter -1 Grad, nicht steigend

Wenn die Oberflächentemperatur der Asphaltfläche höher als -1 Grad beträgt, kann die Oberfläche des Schneefilms auf der Strasse teilweise zu schmelzen beginnen, dies besonders tagsüber. Dann entsteht der oben erwähnte Schneematsch.

Eisglätte (überfrierende Nässe)

Eisglätte oder überfrierende Nässe entsteht in der Regel nach Niederschlag (Nassschnee oder Regen) und anschliessendem Aufklaren in der Nacht, wobei die Fahrbahntemperatur rasch unter den Gefrierpunkt sinkt. Dies ist ein häufiger, wenn auch oft nur lokal gefährlicher Glättevorgang. Nicht selten tritt dieses Phänomen auch im Frühjahr noch auf, wenn beispielsweise Schnee am Fahrbahnrand tagsüber schmilzt, das Wasser in die Strasse gelangt und durch starke in der Nacht gefriert. Oder dasselbe Phänomen durch einen raschen und markanten Temperatursturz durch Kaltluftadvektion gefriert (eher seltener).

Glatteis

Glatteis entsteht durch Gefrieren von flüssigem Niederschlag auf einer Oberfläche, welche eine Temperatur von weniger als 0 Grad aufweist. Dabei handelt es sich meistens um unterkühlten Niederschlag, dessen Temperatur ebenfalls unter dem Gefrierpunkt liegt.
Auch bei Regen mit einer Temperatur leicht über 0 Grad, kann es zur Glatteisbildung kommen, sofern die Fahrbahntemperatur deutlich unter dem Gefrierpunkt liegt.
Da der Prozess der Glatteisbildung meist sehr rasch in Erscheinung tritt, bilden sich auf der Eisoberfläche kaum Strukturen, so dass es wie ein Eisfeld wirkt. Glatteis ist daher bei weitem die gefährlichste Vereisungsart.

Reifglätte

Reifglätte stellt eine durch Kondensation gebildete Eisschicht auf der Strassenoberfläche dar. Sie ist in der Regel dünn und entsteht nach genügend langen, heiteren Nächten. Sie ist im Prinzip nichts anders als der Reif, der sich über einer Wiese oder auch über einer Schneeoberfläche bildet. Da die Reifschicht meist dünn ist und eine deutliche Struktur aufweist, stellt sie eine nur mässig gefährliche Glätteart dar und ist nicht vergleichbar mit der überfrierenden Nässe und schon gar nicht mit dem Glatteis. In Nebelrandgebieten kann über mehrere Tage auch mal eine 1 bis 2 cm dicke Reifschicht entstehen.

Weiterführende Literatur zu den Themen: