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Tiefdruckrinne

MeteoSchweiz-Blog | 26. August 2022
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Die Schweiz geriet heute zunehmend in den Einflussbereich einer Tiefdruckrinne. In der sehr feuchten und zunehmend labilen Luft entluden sich zunehmend Schauer oder Gewitter, welche wegen der nur schwachen Strömung nahezu ortsfest verharrten und für lokal höchst unterschiedliche Niederschlagsmengen sorgten.

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Wetterlage

Die Schweiz befand sich heute zwischen den Stühlen, genauer zwischen einem Hoch über dem Atlantik und einem Hoch über Nordosteuropa im Einflussbereich einer Tiefdruckrinne.

Besagte Tiefdruckrinne war mit labiler und sehr feuchter Luft gefüllt. Im Höhenfeld näherte sich bereits in der zurückliegenden Nacht ein Teiltrog der Schweiz und löste in der Folge Hebung aus.

Nachts erstes Gewitter im Berner Oberland

Bereits in der vergangenen Nacht wurde über der Schweiz die Luftmasse zunehmend angefeuchtet. Entgegen der gestrigen Prognosen fand bereits eine Labilisierung statt, und so entwickelte sich im Berner Oberland eine langlebige Gewitterzelle, die infolge der in allen Höhen nur schwachen Strömung sehr langsam nach Osten zog und lokal für grössere Niederschlagsmengen sorgte. Auch wenn in der vergangenen Nacht unsere Niederschlagsmesser am Boden nicht voll von der Zelle getroffen wurden, lässt sich mit Niederschlagsradardaten die Niederschlagsintensität abschätzen: Zwischen Wengen und Grindelwald prasselten über 50 Liter Regen vom Himmel.

Teils Tropennacht am Genfersee

Die Tiefstwerte der vergangenen Nacht lagen in der Deutschschweiz meist zwischen 13 und 18 Grad.

Um den Genfersee konnte mangels nächtlicher Abstrahlung mit 20 bis 21 Grad sogar eine Tropennacht verzeichnet werden. Mit einem nächtlichen Temperaturminimum von 19.9 bzw. 19.6 Grad wurde in Locarno/Monti und in Lugano jene Marke knapp unterboten.

Am Vormittag gegen Osten noch länger sonnig

Während sich im Verlauf des Vormittags im äussersten Westen neue Schauer und Gewitter bildeten, war es gegen Osten noch länger sonnig.

Weitere Schauer und Gewitter

Mit der tageszeitlichen Aufheizung und der weiteren Annäherung der Tiefdruckrinne ergänzt vom heranrückenden Teiltrog kam ab Mittag zunehmend die Konvektion in die Gänge. Die Schauer-/Gewitterzellen verlagerten sich nur langsam, auf engstem Raum gab es grosse Niederschlagsunterschiede. Über dem Jura kam eine mässige Nordwestströmung auf, welche etwas trockenere Luft heranführte. Über dem Jura kam die Konvektion wegen der Stabilisierung nahezu zum Erliegen und direkt am Jurasüdfuss setzte böiger Joran ein. Dagegen löste die Nordwestströmung weiter gegen Südosten hin eine Konvergenz aus, an welcher sich weitere Gewitter entwickelten.

Unseren Niederschlagsmessern war heute kein erfolgreicher Tag beschieden. Die kleinräumigen Schauer/Gewitter zogen oft daran vorbei bzw. wurden nur randlich getroffen. Daher nutzen wir wieder die Daten unseres Niederschlagsradarnetzes für eine Übersicht der bis zum Redaktionsschluss gefallenen Niederschläge:

Im Süden nix Neues

In Stabio wurde heute mit 31.1 Grad der 61. Hitzetag des laufenden Jahres verzeichnet. Der Vorsprung auf das Jahr 2003 mit 57 Hitzetagen wächst weiter.

Gemäss Norm 1991-2020 wären in Stabio im Mittel nur 18.4 Hitzetage pro Jahr zu erwarten!

Wie geht es weiter?

Für den Abend bzw. die Nacht erwarten wir besonders entlang der Alpen sowie im östlichen Mittelland weitere Schauer oder Gewitter mit lokal teils ergiebigen Niederschlagsmengen. Am Samstag verbleiben wir unter der sehr feuchten Luftmasse, erst am Sonntag deutet sich mit neuem Hochaufbau aus Norden eine Stabilisierung an.

Tage mit Niederschlag sind nötig. Gab es im laufenden August doch noch nicht allzu viele Tage mit Niederschlag: