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Immer noch ausserordentlich warm

MeteoSchweiz-Blog | 02. Januar 2023
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Auch heute Montag hielt der Zustrom von sehr milder Luft aus Südwesten an. Bereits in der Nacht auf heute war es in den Föhntälern und in Teilen des Juras sehr mild. Im Laufe des Tages stiegen die Temperaturen weiter an und erreichten lokal 19 Grad.

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Sehr milde Nacht in Teilen des Juras

In La Brévine sank die Temperatur in der Nacht auf heute nicht unter 11.9 Grad. Dies ist mit Abstand die höchste Temperatur, die in Januarnächten dort je gemessen wurde. Die zweitwärmste Nacht war diejenige auf gestern Neujahr, mit einem Tiefstwert von 10.4 Grad. Der dritthöchste Wert beträgt bereits nur noch 8.0 Grad und wurde am 12. Januar 1993 aufgezeichnet. Dies unterstreicht die derzeit ausserordentlich milde Wetterlage.

Ähnliches kann von La Chaux-de-Fonds behauptet werden. Dort wurde vergangene Nacht, das heisst zwischen 19 Uhr gestern Abend und 7 Uhr heute Morgen ein Tiefstwert von 11.2 Grad aufgezeichnet, gestern Nacht waren es bereits hohe 9.1 Grad. Der dritthöchste Wert wurde - wie in La Brévine - am 12. Januar 1993 verzeichnet und lag bei 8.2 Grad.

Grund war der kräftige Südwestwind, welcher die ganze Nacht im Jura auf Höhenlagen oberhalb von rund 1000 Metern blies, so dass die bei wolkenarmen Wetter sonst bildenden Kaltluftseen ausblieben.

Auch in Delémont war die Nacht mit einer Tiefsttemperatur von 14.1 Grad extrem mild. Damit wurde auch dort ein neuer Rekord aufgezeichnet, die Nacht auf den bereits mehrmals erwähnten 12. Januar 1993 war mit 14.0 Grad allerdings praktisch gleich mild. Auch an anderen Stationen war die vergangene Nacht die bisher mildeste seit Messbeginn, allerdings existieren die meisten dieser Stationen noch nicht seit allzu langer Zeit.

Ausserordentlich milde Nacht auch in den Föhntälern

Extrem waren die Verhältnisse erneut auch in den Föhntälern. In Altdorf sank die Temperatur nicht unter 16.1 Grad. Die zweitmildeste Januarnacht datiert vom 9. Januar 2011. Damals sank die Temperatur nicht unter 13.6 Grad. Ähnlich warm war die Nacht auch im Rheintal. In Vaduz lag der Tiefstwert bei 14.2 Grad. In der Nacht zuvor war es mit 15.9 Grad noch etwas wärmer. Dort gab es schon in früheren Jahren Nächte, an welchen die Temperaturen nicht unter 14 Grad sanken. Dies waren die Nächte auf den 8. sowie auf den 9. Januar 2011. In diesen beiden Nächten wurde als Tiefstwert eine Temperatur von 14.4 Gad notiert. Noch wärmer als in Vaduz war es vergangene Nacht in Balzers (Station vom Wetterring Vorarlberg). Die Tiefsttemperatur betrug hier 16.6 Grad. Dazu blies der Föhn dort einmal mehr ziemlich heftig. Er erreichte nämlich einen Spitzenwert von 122 km/h, ähnlich heftig war der Föhn übrigens in Brülisau (Messstation von MeteoGroup), wo 118 km/h gemessen werden konnten. Sonst wurden in den Föhntälern Böenspitzen von rund 70 km/h verzeichnet, was für Föhnverhältnisse im Winterhalbjahr nicht allzu viel ist.

Tagsüber im Jura und in den Föhntälern nochmals sehr mild

Nach der bereits milden Nacht stiegen die Temperaturen im Jura und in den Föhntälern auf für die Jahreszeit sehr hohe Werte. Die höchsten Temperaturen konnten in Delémont mit 19.0 Grad sowie in Vaduz mit 18.6 Grad registriert werden. Dies sind hohe Werte, für neue Rekorde bezüglich Tageshöchsttemperaturen reichte es aber nicht mehr.

Es gab allerdings schon in früheren Jahren in den Föhntälern sehr hohe Temperaturen. Am 2. Januar 1900, also vor genau 123 Jahren, blies in Altdorf ebenfalls der Föhn. Damals hatte die Station noch keine Extremthermometer, sondern es wurde lediglich dreimal am Tag die Temperatur abgelesen, nämlich um 07.30 Uhr, um 13.30 Uhr und um 21.30 Uhr. Dabei wurden um 07.30 Uhr 17.0 Grad, um 13.30 Uhr 18.4 Grad und um 21.30 Uhr 18.2 Grad abgelesen. Diese Werte sind ähnlich hoch wie die aktuell gemessenen Temperaturen. Allerdings wurden damals die Temperaturen nicht im freien Feld, sondern an einer nach Norden orientierten Hauswand abgelesen. Die Werte sind daher nicht direkt miteinander vergleichbar.