Inhaltsbereich

Für die Jahreszeit zäher Hochnebel

MeteoSchweiz-Blog | 03. März 2023
15 Kommentare

In den letzten Tagen war der Hochnebel in der Region Zürich sehr zäh. Normalerweise ist dies zur jetzigen Jahreszeit nicht der Fall. Im heutigen Meteoblog wird auf mögliche Gründe dieses Verhaltens eingegangen.

  • Wetter

Fussbereich

Top Bar Navigation

Alle Schweizer BundesbehördenAlle Schweizer Bundesbehörden

Hochnebel - ein Phänomen des Spätherbsts und des Winters

Im Frühling, Sommer und Frühherbst tritt Hochnebel sehr selten auf. Grund dafür ist, dass Inversionen im Bereich von 1000 bis 2000 Metern nicht lange andauern, da bei Hochdruckwetter mit Bise diese Inversionen tagsüber meist nur schwach sind. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Luftfeuchtigkeit, welche im Sommer bei solchen Wetterlagen meist gering ist, so dass sich Hochnebel gar nicht erst bilden kann. Anders ist dies im Winter. Zu dieser Jahreszeit kühlen die unteren Luftschichten durch negative Strahlungsbilanz immer stärker aus, was die relative Luftfeuchtigkeit steigen lässt. Irgendwann setzt Kondensation ein und es bildet sich Nebel. Durch fortgesetzte negative Strahlungsbilanz nimmt die Mächtigkeit dieser Nebelschicht zu. Kommt nun die Bise auf, so wird diese Kaltluftschicht gegen den Alpennordhang gestossen und angehoben. Die Nebeldecke geht dann in Hochnebel über.

Stärke der Bise und in geringerem Masse die Zyklonalität bestimmen die Hochnebelobergrenze

Je nach Stärke der Bise nimmt die Obergrenze des Hochnebels eine unterschiedliche Höhenlage ein. Bei schwacher Bise liegt sie bei rund 900 bis 1200 Metern. Bei mässiger Bise sie kommt sie mit 1200 bis 1600 Meter bereits deutlich höher zu liegen. Bei starker Bise schliesslich kann sie auf 1600 bis 2000 Meter, hie da auch darüber ansteigen. Aber nicht nur die Stärke der Bise, sondern auch die Zyklonalität hat Einfluss auf die Hochnebelobergrenze. Ist die Bise hochdruckbestimmt (antizyklonale Krümmung), so liegt die Hochnebelobergrenze relativ tief, weil die Subsidenz die Inversion nach unten drückt. Ist die Bise - wie in den letzten Tagen mit einem Mittelmeertief - tiefdruckbestimmt, dann liegt die Hochnebelobergrenze relativ hoch, weil die in Tiefdruckgebieten generell vorherrschende Aufwärtsbewegung die durch die Bise hervorgerufene Höheninversion zusätzlich anhebt.

Auflösung des Hochnebels von der Höhenlage der Inversion abhängig

Der Hochnebel löst sich in den meisten Fällen dann auf, wenn sich die Luftschicht unter der Inversion durch die Wärmezufuhr vom Boden her erwärmt, so dass die Wassertröpfchen in der Hochnebelschicht verdunsten. Nun ist die Luft bei Hochnebel unterhalb der Inversion in der Nacht meist stabil geschichtet, wobei der vertikale Temperaturgradient etwa 0.6 Grad pro 100 Höhemeter beträgt. Diese Luftschicht muss so lange aufgeheizt werden, bis sie eine neutrale Schichtung aufweist, was dann einem vertikalen Temperaturgradienten von 1 Grad pro 100 Höhenmeter gleichkommt. Liegt nun die Inversion relativ hoch, so muss eine mächtigere Luftschicht erwärmt werden. Erst wenn die Schichtung unter dem Hochnebel neutral ist, kann eine weitere Wärmezufuhr den Hochnebel via Verdunstung auflösen.

Hohe Obergrenze des Hochnebels hauptsächlich für die trübe Witterung verantwortlich

Zurzeit ist bereits der Frühling ins Land gezogen ist und die Böden sind aktuell trocken. Dies hat zur Folge, dass das Strahlungsangebot bereits deutlich höher ist als im Hochwinter. Zudem geht bei trockenen Böden der Grossteil der tagsüber positiven Strahlungsbilanz in fühlbare Wärme über, was die Luft aufheizt. Diese Gründe würden für eine Auflösung des Hochnebels sprechen. Aber offenbar lag die Inversion hoch genug, so dass sich der Hochnebel trotzdem halten konnte.