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Bringen die anstehenden Hundstage eine Affenhitze?

MeteoSchweiz-Blog | 21. Juli 2023
54 Kommentare

Tiere werden gerne in Redewendungen verwendet. Auch mit dem Wetter werden sie gerne in Verbindung gebracht. So gibt es zum Beispiel die Hundstage. Doch was genau sind die Hundstage? Lesen Sie die folgenden Zeilen und Sie wissen, wie der Hase läuft.

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Hundstage

Oft wird der Zeitraum vom 23. Juli bis zum 23. August als Phase der Hundstage genannt. Ursprung der Namensgebung war im alten Griechenland. Dort ist die heisseste Zeit des Jahres zwischen Mitte Juli und Mitte August (gregorianischer Kalender). Vor 2000 Jahren war zudem um den 20. Juli der heliakische Aufgang des Sterns Sirius im Sternbild Grosser Hund zu beobachten. Deshalb der Name «Hundstage».

Heute ist dies wegen der Präzession der Erdachse («Herumtigern» der Lage der Erdachse im Raum) nicht mehr der Fall. Eher geht das Kamel durchs Nadelöhr. Sirius geht in Griechenland erst um den 10. August im Grossen Hund auf.

Keine Affenhitze

Mit den Hundstagen ist also die heisseste Phase des Sommers gemeint. Dieses Jahr sieht es hierzulande mindestens zu Beginn der Hundstage nicht nach einer Affenhitze aus. Das schleckt keine Geiss weg. Die Höchstwerte am Sonntag, 23. Juli, liegen zwar noch nahe 30 Grad. Der Löwenanteil der nächsten Woche wird im Mittelland bei wechselhaften Wetterbedingungen angenehm temperiert sein. Eine Schafskälte ist es jedoch nicht (die findet sowieso im Juni statt), die Höchstwerte liegen meist zwischen 20 und 25 Grad.

30 Grad oder mehr sind nicht zu erwarten, da nützt auch das beste Pferd im Stall nichts. Wenn Sie also bei Temperaturen über 30 Grad denken: «das geht auf keine Kuhhaut», dann haben Sie Schwein gehabt. Sie fühlen sich nächste Woche vermutlich wie ein Fisch im Wasser. Umgekehrt stehen Hitzeliebhaber quasi – in Gänsefüsschen – «wie ein Esel am Berg».

Späteste Hitzetage

Hitzetage sind klimatologisch betrachtet hierzulande noch lange möglich. In Lugano beispielsweise treten die spätesten Hitzetage des Jahres im Median um den 9., in Zürich um den 16., in Basel um den 22. und in Genf um den 24. August auf. Die allerspätesten Hitzetage wurden an folgenden Daten registriert (teilweise lückenhafte Datenreihen):

  • Zürich / Fluntern: 12. September 1947
  • Basel / Binningen: 19. September 1947
  • Genf / Cointrin: 16. September 1947
  • Lugano: 25. September 1983
  • Bern / Zollikofen: 19. September 1947

Nochmals Hitzetage im Sommer 2023?

Wenn man die aktuellen Modellunterlagen anschaut, so sieht es in der Schweiz aus heutiger Sicht in nächster Zeit nicht nach Hitzetagen, Hundstagen oder nach einer Affenhitze aus. Die Wahrscheinlichkeit für Höchsttemperaturen von mindestens 30 Grad steigt gemäss aktuellen Unterlagen erst ab etwa dem 9. August wieder leicht an:

Zum Schluss noch ein Wort zur wechselhaften Witterung in der nächsten Woche. Mit der Südwestströmung wird feucht-labile Luft zur Schweiz geführt. Den Gewitterliebhabern möchte der Blogger zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch keinen Floh ins Ohr setzen. Aber anfangs der kommenden Woche könnten auch heftigere Gewitter über die Alpennordseite ziehen. Ob es dann Katzen hageln wird, kann zum aktuellen Zeitpunkt natürlich noch nicht im Detail prognostiziert werden. Da würde Ihnen jetzt der Blogger doch glatt einen Bären aufbinden. Wir halten Sie aber auf dem Laufenden.