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Pulver gut auf der Alpennordseite

MeteoSchweiz-Blog | 19. Januar 2024
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Das Tief Irène brachte am Mittwoch eine Warmfront, welche zu einem Anstieg der Schneefallgrenze geführt hat. Im Verlauf des Donnerstags folgte dann die Kaltfront. Diese bescherte der Schweiz (ausser dem Tessin) wieder eine rasch sinkende Schneefallgrenze und brachte verbreitet Schnee.

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Am Donnerstag erreichte eine Kaltfront die Schweiz und sorgte nicht nur für Niederschlag, sondern auch für einen markanten Temperaturrückgang. Der Temperaturverlauf an der Station Basel-Binningen zeigt diesen Temperatursturz eindrücklich.

Auch die Winddrehung nach rechts (im Uhrzeigersinn), welche bei einem Kaltfrontdurchgang oft beobachtet wird, ist im obenstehenden Windverlauf schön dargestellt. Der Wind wehte vor der Front aus südwestlicher Richtung, und mit dem Kaltfrontdurchgang drehte der Wind auf Nordwest.

Kaltfront

Eine Kaltfront markiert die Grenze zwischen warmen und kalten Luftmassen. Dabei verdrängt die kalte Luft die wärmere Luft am Boden. Da die kalte Luft dichter ist als die warme Luft, schiebt sie sich unter die warme Luft, sodass letztere zum Aufsteigen gezwungen wird. Während des Durchgangs einer Kaltfront dreht der Wind nach rechts und verstärkt sich (meist von Südwesten nach Nordwesten), die Lufttemperatur sinkt abrupt und der Luftdruck beginnt zu steigen. Auf den Bodenwetterkarten werden Kaltfronten durch eine blaue Linie mit Dreiecken dargestellt. Sie sind in der Regel auch durch einen Knick im Druckfeld («Isobaren») markiert.

Mehr zu Kaltfronten finden Sie hier

Die auf die Alpennordseite einfliessende Kaltluft sorgte für einen markanten Druckanstieg. So erstaunte es nicht, dass sich über dem Alpenraum ein beachtlicher Nordüberdruck aufbaute.

Auf der Alpensüdseite kam, auch ohne unterstützende Höhenströmung, der Nordwind auf. Das Maximum fand heute tagsüber statt. Der Druck auf der Alpensüdseite begann aufgrund der von Südosten einfliessenden Kaltluft allmählich zu steigen und der Nordüberdruck verringerte sich.

Das Zentrum des Hochs, welches seinen Einfluss über dem Alpenraum heute aufbaute, verlagert sich weiter nach Osten und sorgt so für einen sogenannten Retour d’Est auf der Alpensüdseite. Damit nimmt auch der Nordüberdruck ab, und der Nordwind schwächt sich am Abend weiter ab.

Mit einer doch verbreiteten Schneedecke und der eingeflossenen Polarluft, werden am Wochenende sehr kalte Nächte erwartet. In den Regionen, wo sich keine schützende Hochnebeldecke bzw. Nebeldecke bilden kann, werden in den Niederungen Temperaturen von -7 bis -12 Grad vorausgesagt.

Last but not least: Mit dem Temperaturrückgang und der auf der Alpennordseite etwas verweilenden Kaltfront, fiel gestern Abend Schnee und heute Morgen wurde verbreitet Neuschnee gemessen.