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Viel los am Wolkenhimmel

MeteoSchweiz-Blog | 02. Februar 2024
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Der heutige Himmel war geprägt von vielen Wolkengattungen. Geschuldet war das einem teilweise wolkenfreien Himmel beim Eindunkeln am Vorabend, und einer Warmfront welche heute um das Hoch mit Kern über der Biskaya geführt wurde.

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Der Nebel hat in weiten Teilen des Flachlandes nicht lange auf sich warten lassen am gestrigen Vorabend. Nachdem die Wolkendecke der vorhergehenden Kaltfront aufgebrochen ist, konnten die bodennahen Luftschichten schnell und stark abkühlen, was zur Sättigung und Nebelbildung führte.

In den Walliser Alpen war lokal Richtung westliche Voralpen etwas tiefe, aber nicht aufliegende Bewölkung vorzufinden. Dies ist auf die gestrige feuchte Schicht zurückzuführen, welche mit der Subsidenz abgesunken und unter der Inversion «gefangen» wurde.

Darüber gab es heute auch noch Bewölkung, welche durch atmosphärische Wellenbewegungen ausgelöst wurde. Dafür waren teils sogenannte "Trapped Lee Waves" verantwortlich. Dabei wird eine, sich in Kammniveau befindende, stabile Schichtung (Inversion) durch das Überströmen des Gebirges zum Schwingen angeregt. Dies ist in der unteren Grafik dargestellt.

In der obigen Grafik mit den Sondierungen lässt sich aus der (grünen) Sondierung von heute Nacht herauslesen, dass sich eine stabile Schichtung auf rund 2000 Metern befindet und dass die Anströmung direkt aus Norden auf die Alpen zeigt. Dementsprechend waren auf der Alpensüdseite insbesondere auch im westlichen Österreich, wo die Alpen etwas weniger hochreichend werden, diese wellenartigen Linsenwolken vorzufinden. Teils setzten sich die Wellen bis 150 km stromabwärts der Alpen fort, so zum Beispiel in Richtung Steiermark.

Bei Wellenbewegung spricht man entweder von den oben erwähnten "Trapped Lee Waves" also von unter einer Inversion gefangenen Leewellen oder von "vertikal propagierenden Wellen". Letztere Wellen setzen sich in grosse Höhen fort und bilden in hohen Schichten der Troposphäre grossflächige Zirren-Leebewölkung.

Dieses Phänomen war heute Nacht und Vormittag an den meisten Gebirgen Europas zu sehen. Die folgenden zwei Illustrationen zeigen diese Leebewölkung.

Oben sieht man die Animation einer Kameraaufnahme (www.roundshot.com) vom Sex Rouge mit Blick in Richtung Südosten. Die dünne Cirrenbewölkung bildet sich, da sich die Wellen in grosse Höhen ausdehnen und dort die Luftschichten anheben. Dabei kühlt sich die Luftschicht beim Aufsteigen aus und bildet eine Wolkenschicht, stromabwärts löst sich in ihrer Absinkbewegung wieder auf.