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Luftmassen - erster Teil

MeteoSchweiz-Blog | 11. Mai 2024
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In der Schweiz wird das Wetter oft von den herangeführten Luftmassen bestimmt. Wir werfen im heutigen und morgigen Meteoblog einen Blick auf die wichtigsten Luftmassen, welche das Schweizer Wetter immer wieder beeinflussen. Heute werden die Meeresluft, die Polarluft und die Arktikluft eingehender behandelt.

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Was ist eine Luftmasse?

Unter einer Luftmasse bezeichnet man eine größere Ansammlung von Luft, die durch eine einheitliche oder ähnliche Temperatur bzw. Temperaturschichtung und Feuchtigkeit charakterisiert ist. Damit eine grössere Ansammlung von Luft mit ähnlichen Eigenschaften entstehen kann, muss die Erdoberfläche über weite Strecken ähnliche Eigenschaften aufweisen. Dies ist zum Beispiel über einer grösseren Landmasse wie etwa Russland der Fall. Auch über grossen Wüstengebieten wie der Sahara oder grossflächig vereisten Gebieten, zum Beispiel der Arktis, bilden sich grosse Reservoire von relativ einheitlichen Luftmassen. Besonders aber über den Meeresgebieten finden sich über weiten Strecken Luftmassen mit kaum unterscheidbaren Eigenschaften vor.

Transformation von Luftmassen

Wenn Luftmassen sich verlagern, werden sie stets transformiert. Kalte Luftmassen von Norden her werden auf dem Weg zur Schweiz immer mehr oder weniger erwärmt, so dass die Luft in der Schweiz niemals derart kalt ist wie in ihrem Ursprungsgebiet. Umgekehrt werden warme Luftmassen auf dem Weg nach Norden abgekühlt. Die Transformation kann mehr oder weniger stark sein. In den nachfolgenden Abschnitten wird angenommen, dass die Luftmassen auf dem Transport zur Schweiz ihre Eigenschafen trotz den obgenannten Änderungen zu einem wesentlichen Teil beibehalten.

Meeresluft

Da in der Schweiz die Winde meist aus Westen wehen, ist die Meeresluft diejenige Luftmasse, welche am meisten in der Schweiz vorzufinden ist. Sie ist in der Regel feucht. Im Winter ist der Atlantik relativ warm, daher herrscht im Alpenraum bei Westwinden im Winter oft mildes Wetter mit Regen bis in Höhen von 1500 bis 2000 Metern. Umgekehrt ist der Atlantik im Sommer relativ kühl. Daher gelangt im Sommer mit westlichen Winden feuchte und für die Jahreszeit kühle Luft nach Mitteleuropa. Veränderliches Wetter mit Schauern ist dann in der Schweiz zu erwarten.

Polarluft

Nach den Westwinden sind die Nordwest- und Nordwinde zusammengenommen die häufigsten Winde in der Schweiz. Deshalb gelangt die Schweiz nicht selten in den Zustrom von Luftmassen aus nördlichen Breiten. Sie bringen unabhängig von der Jahreszeit zu tiefe Temperaturen. Wenn die Luft von Nordwesten herangeführt wird, weist sie, weil sie über den Atlantik strömt, in der Regel einen hohen Feuchtigkeitsgehalt auf. Sie wird deshalb auch maritime Polarluft genannt. Nordwinde hingegen sind nur mässig feucht oder hie und da auch trocken, die Luft wird dann als kontinentale Polarluft bezeichnet.

Arktische Luft

Von arktischer Luft wird gesprochen, wenn im Winter die aus Norden zuströmende Luftmasse über der Schweiz derart kalt ist, dass die Temperatur in der freien Atmosphäre auf 850 hPa (ca. 1500 M. ü. M.) weniger als -10 Grad beträgt. Während es in den Niederungen - weil die Luft oft über Meeresgebiete strömt - nicht ausserordentlich kalt sein muss, herrscht in hohen Lagen eine ausserordentliche Kälte vor. Berühmtes Beispiel  ist der 1. Januar 1905 mit einem Tiefstwert von -32.2 Grad auf dem Säntis. Auch im kalten Januar 1985 stiess aus Norden arktische Kaltluft zur Schweiz vor.

Polarlichter

Derzeit sorgt stark erhöhte Sonnenaktivität für Polarlichter während der Nacht. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.