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Weltweit wärmster Mai – wärmster Frühling in Europa

MeteoSchweiz-Blog | 10. Juni 2024
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Im weltweiten Mittel wurde der wärmste Mai im Copernicus-Datensatz seit 1979 verzeichnet. Es war der zwölfte Monat in Folge mit Rekordwärme. Europa verzeichnete den wärmsten Frühling seit Beginn der Aufzeichnungen.

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Der rekordwarme Mai 2024 erreichte im globalen Mittel 15,91 °C. Das liegt 0,65 °C über dem Durchschnitt 1991−2020 und 0,19 °C über dem bisherigen Höchstwert vom Mai 2020. Der Monat war 1,52 °C wärmer als der vorindustrielle Mai-Durchschnitt 1850−1900.

Die globale Übersicht

Weit über dem Durchschnitt 1991−2020 lag die Maitemperatur in weiten Teilen Nord- und Ostkanadas, Nordostasiens, Afrikas und der Antarktis.

Hitzewellen traten in Mexiko und in den Nachbarländern Texas und Mittelamerika auf. In Teilen Pakistans und Nordindiens erreichten die Tageshöchstwerte 50 °C oder mehr. Der Süden Brasiliens wurde von schweren Überschwemmungen heimgesucht.

Deutlich unter dem Durchschnitt blieb die Maitemperatur in Grönland, in Westrussland, im Nordwesten Nordamerikas, im südlichen Südamerika und in Teilen der Antarktis. Chile meldete den kältesten Mai seit mehr als siebzig Jahren. Die Beobachtungsdaten aus Argentinien für die ersten 27 Tage des Monats Mai deuten auf den kältesten Mai seit 1961 hin.

Drittwärmster Mai in Europa

Im europäischen Mittel stieg der Mai 0,88 °C über den Durchschnitt 1991−2020. Gemittelt über Europa war es der drittwärmste Mai im Copernicus-Datensatz ab 1979. Die Mai-Rekordwärme stammt aus dem Jahr 2018 mit 2,07 °C über dem Durchschnitt.

In den meisten Teilen Nordeuropas lag die Maitemperatur deutlich über Durchschnitt 1991−2020. Norwegen meldete den zweitwärmsten Mai seit Messbeginn. Auch in grossen Teilen Schwedens war es der zweitwärmste Mai. Finnland verzeichnete in der letzten Woche des Monats eine Hitzewelle, was für die Jahreszeit ein sehr seltenes Ereignis ist.

Im Vereinigte Königreich war es gemäss einer ersten provisorischen Analyse der wärmste Mai im nationalen Datensatz, der bis ins Jahr 1884 zurückreicht.

Im Süden Europas lag die Maitemperatur näher am Durchschnitt, mit leicht unterdurchschnittlichen Werten in mehreren Ländern. In Westrussland blieb die Maitemperatur deutlich unter dem Durchschnitt 1991−2020.

Die Lufttemperatur über den Ozeanen

Die Lufttemperatur war über den meisten Teilen des Atlantiks, des Indischen Ozeans und über einem grossen Teil des Pazifiks überdurchschnittlich hoch.

Unterdurchschnittliche Werte gab es über dem östlichen äquatorialen Pazifik und über mehreren anderen relativ kleinen Gebieten des Weltmeeres. Deutlich unterdurchschnittlich blieb die Lufttemperatur in einem grösseren Meeresgebiet um Chile und Argentinien, das sich bis in den subtropischen Ostpazifik erstreckt, sowie in einem Band von der Antarktis bis Neuseeland.

Rekordhohe Meeresoberflächentemperatur

Die hohe Lufttemperatur über den Ozeanen war für die Jahreszeit mit anhaltenden Rekordtemperaturen der Meeresoberfläche verbunden. Im Gebiet zwischen 60° Süd und 60° Nord wurde mit einem Maidurchschnitt von 20,93°C ein neuer Monatsrekord im Copernicus-Datensatz ab 1979 registriert. Es war der vierzehnte Monat in Folge, der einen Monatsrekord der Meeresoberflächentemperatur brachte.

Die globale Übersicht März bis Mai

Die globale Durchschnittstemperatur der Saison März bis Mai (borealer Frühling) lag 0,68 °C über dem Durchschnitt 1991−2020. Das war weniger extrem als in den beiden vorangegangenen Dreimonatsperioden Dezember bis März und September bis Oktober.

Deutlich überdurchschnittlich war die Temperatur der Periode März bis Mai in Nord- und Ostkanada, in Mittelamerika, in weiten Teilen Afrikas und in Teilen Ostasiens und der Antarktis.

Unterdurchschnittlich blieb Saisontemperatur im Westen der USA, im Gebiet des arktischen Ozeans, in Teilen Nord- und Südwestasiens, in weiten Teilen Chiles, Argentiniens und Australiens sowie in Teilen der Antarktis.

Die europäische Übersicht März bis Mai

Im europäischen Durchschnitt wurde mit 1,50 °C über dem Durchschnitt 1991−2020 die höchste Frühlingstemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen registriert. Der Frühling lag 0,36 °C über dem bisherigen Frühlingsrekord aus dem Jahr 2014.

Die Frühlingstemperatur März bis Mai lag in Europa verbreitet über dem Durchschnitt 1991−2020. Deutlich überdurchschnittlich war sie in den zentralen und östlichen Regionen des Kontinents sowie in Teilen Norwegens und Schwedens.

Die Copernicus Mitteilung zum Mai 2024 ist in englischer Sprache verfügbar.

Der Mai und der Frühling in der Schweiz

Das Maiwetter verlief in der Schweiz über weite Strecken ausgesprochen wechselhaft. Lokal war es der nasseste Mai seit Messbeginn vor über 60 Jahren. Kurze sonnige Perioden gab es nur wenige. Starkniederschläge am Monatsende führten in der Ostschweiz zu einer angespannten Hochwasserlage. Ein ganz besonderes Ereignis waren die schönen Nordlichter gegen Monatsmitte.

Der Frühling brachte in der Schweiz eine deutlich unterdurchschnittliche Sonnenscheindauer. Die Alpensüdseite, das Engadin und Teile des Wallis erhielten Niederschlagssummen weit über der Norm. Die landesweite Frühlingstemperatur stieg leicht über die Norm.

Der umfassende Überblick zum Mai und zum Frühling 2024 in der Schweiz ist in der Rubrik Publikationen zu finden.