Angriff von unten
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Wolken fast immer eine flache Basis haben? Der Grund dafür ist, dass die Wolkenbasis stark von der Feuchtigkeit der Luftmasse abhängt, in der sie sich bildet. Steigt ein Luftpaket auf, kühlt es sich ab. Wird nun der Taupunkt erreicht, ist die Luftmasse gesättigt und es bildet sich eine Wolke. Da das Feuchteangebot auf gleicher Höhe über eine grössere horizontale Ausdehnung hinweg etwa gleich ist, bildet sich somit eine flache Basis.
Was die Höhe der Wolkenbasis betrifft, gilt folgende Regel: Je niedriger die relative Luftfeuchtigkeit, desto höher die Basis.
Nun ist es aber so, dass die relative Luftfeuchtigkeit im Laufe des Tages nicht konstant ist, da sie von der Temperatur abhängt. Je höher die Temperatur, desto niedriger die relative Luftfeuchtigkeit.
Wenn Sie sich in der Schule mit Philosophie beschäftigt haben, haben Sie in dem obenstehenden Satz vielleicht einen Syllogismus erkannt, der Aristoteles am Herzen lag: «Wenn P, dann Q, oder P, also Q». Dies lässt sich wie folgt übersetzen: «Die Wolkenbasis hängt von der relativen Luftfeuchtigkeit ab, die im Tagesverlauf variiert, also variiert auch die Wolkenbasis im Tagesverlauf». In den meisten Fällen – da die Temperatur im Tagesverlauf ansteigt – steigt auch die Wolkenbasis.
Abbildung 1 veranschaulicht diese Entwicklung. Die Grundseite des grünen Dreiecks entspricht der Differenz zwischen der Bodentemperatur (rote Zahl) und dem Mischungsverhältnis, das vereinfacht gesagt den Wassergehalt der Atmosphäre angibt. Es wird angenommen, dass sich dieser im Laufe des Tages nicht verändert. Der von Rot nach Blau verlaufende Pfeil zeigt die Temperaturabnahme mit der Höhe bis zur Sättigung und Bildung der Wolkenbasis (grauer Balken und Spitze des grünen Dreiecks). In diesem Beispiel steigt die Wolkenbasis bei einer Temperaturzunahme von 10 auf 21 Grad von 1500 auf 3000 Meter, während die relative Luftfeuchtigkeit von 57 auf 28 % sinkt. Dies wird durch die zunehmende Transparenz des Dreiecks veranschaulicht.