Für die meisten Meteorologen und Meteorologinnen gibt es kein langweiliges Wetter. Die einen mögen lieber ruhiges Wetter wie beispielsweise die im Dezember 2025 anhaltende Nebel- und Hochnebelwetterlage. Auch diese bringt immer wieder spannende Elemente hervor (Ja, Sie lesen richtig. Denken Sie nur an die diversen optischen Phänomene an den Nebelrändern, an die Nebelwellen im Jura oder die in dickem Raueis eingepackten Bäume, die sich in der unterkühlten Hochnebelschicht befinden).
Diese Woche scheinen nun jene Meteorologen auf die Rechnung zu kommen, die dynamischeres Wetter bevorzugen. An dieser Stelle werden keine Namen genannt, auch wenn einer der Mitarbeiter in der heutigen Diensttour sich das gewünscht hätte 😉.
Die Schweiz liegt auf der Vorderseite eines Troges, der sich von Skandinavien über Frankreich bis zur Iberischen Halbinsel erstreckt. Dabei erreicht aus Nordwesten eine kaum aktive, seichte Mischfront die Alpennordseite. Mehr als ausgedehnte Bewölkung bringt die Front nicht, höchstens lokal ein paar Schneeflocken. Bis in die Alpen und zur Alpensüdseite dringt die Frontalbewölkung schon gar nicht vor. Da die Nacht von Montag auf Dienst noch meist klar ist, sind vielerorts zweistellige Minusgrade zu erwarten.
Der Mittwoch dürfte der ruhigste und sonnigste Tag der Woche werden. Mit Zwischenhocheinfluss gibt es viel Sonne. Mit Ausnahme des Mittel- und Südtessins gibt es einen weiteren Eistag, vermutlich der letzte der Woche.

Auf Donnerstag kommt Bewegung in die Wetterküche. Die starke nordwestliche Höhenströmung führt bereits in der Nacht auf Donnerstag eine Mischfront zur Schweiz. Diese bringt der Alpennordseite jedoch nur wenig Schnee.
Meteorologisch interessanter wird es vor allem in der zweiten Tageshälfte des Donnerstags. Über dem Nordatlantik bildet sich ein Tief, das sich in der Folge verstärkt und sich von Nordfrankreich bis Freitag nach Deutschland verlagert. Das Tief lenkt eine Warmfront mit Niederschlag im Gepäck aus Westen zur Schweiz.
Interessant ist vor allem die Niederschlagsart. Zu Beginn dürfte Schnee bis in die Niederungen fallen. Mit sich verstärkender Westströmung setzt sich aber zunehmend die mildere Luft bis zum Boden durch, sodass die Schneefallgrenze allmählich auf 900 bis 1200 m steigt. Heikel könnte die Übergangsphase werden. Die mildere Luft setzt sich zunächst in den höheren Luftschichten durch, wobei der Schnee darin beim Fallen schmilzt und in Regen übergeht. Bodennah ist es zu diesem Zeitpunkt noch unter 0 Grad kalt. Zudem ist der Boden noch gefroren. Damit besteht auf der Alpennordseite zumindest gebietsweise die Gefahr von gefrierendem Regen. Diese Prognose ist jedoch noch mit vielen Unsicherheiten belastet.

Am Alpennordhang oberhalb von etwa 1500 m besteht allerdings keine Gefahr, dass sich Regen daruntermischt. Dort kann mit etwa 20 bis 50 cm Neuschnee gerechnet werden.
Im Laufe des Donnerstags entwickelt sich das besagte Tief zu einem Sturmtief. Auf den Berggipfeln und -kreten werden bereits Böen von über 100 km/h erreicht. In den Niederungen dürfte sich stürmischer Westwind mit Böenspitzen zwischen 70 und 100 km/h vor allem auf Freitag durchsetzen.
Wie stark der Wind tatsächlich wird und wie viel es am Alpennordhang schneit, hängt jedoch stark von der genauen Zugbahn und der Stärke des erwähnten (Sturm-)Tiefs ab. Genau dies ist zurzeit aber noch unsicher, wie untenstehende Grafik verdeutlicht.

Am nächsten Wochenende wird aus Nordwesten wieder kältere Luft herangeführt. Die Winde lassen deutlich nach, die Niederschlagsmengen halten sich eher in Grenzen. Alles in allem somit «wechselhaft». Dynamik-liebende Meteorologen würden der Wetterlage attestieren: «z’wenig Strömig». Der eine oder die andere empfindet es dann vielleicht doch «langweilig».