Der klassische Fall von vereisendem Regen tritt auf, wenn nach einer kälteren Phase (Polarluft oder länger anhaltende Hochdruckphase mit Kaltluftsee) eine Warmfront über die kalte Grundschicht zieht. Der fallende Niederschlag geht im wärmeren Bereich der Front in Regen über und wird anschliessend im Kaltluftsee wieder unterkühlt und gefriert beim Auftreffen an der Oberfläche. Auch bei Regen mit einer Temperatur leicht über 0 Grad, kann es zur Glatteisbildung kommen, sofern die Fahrbahntemperatur deutlich unter dem Gefrierpunkt liegt. Da der Prozess der Glatteisbildung meist sehr rasch in Erscheinung tritt, bilden sich auf der Eisoberfläche kaum Strukturen, so dass es wie ein Eisfeld wirkt. Glatteis ist daher bei weitem die gefährlichste Vereisungsart.

Von einem kräftigen Tief mit Zentrum nördlich von Schottland zog eine Warmfront über Mittel- und Nordeuropa hinweg und streifte dabei die Schweiz. In den mittleren und höheren Schichten wurde aus Westen deutlich mildere Atlantikluft herangeführt. In den Berglagen brachte dies innert 24 Stunden eine Temperaturerhöhung um 8 bis 10 Grad.

Im Vorfeld waren die Vorhersagen nicht eindeutig. Unsicherheiten bestanden vor allem im zeitlichen Ablauf, aber auch wieviel Niederschlag in der Schweiz fallen würde. Die Tageszeit spielt im Bezug auf die Vereisungsgefahr ebenfalls eine bedeutende Rolle.

In der Nacht auf Montag streifte ein erster Vorläufer mit feuchterer Luft die Schweiz. Dass in dieser ersten Phase der Niederschlag überwiegend noch in Form von Schnee fallen würde, ist in der Nacht auf Montag gemäss Prognose in etwa eingetroffen.

Jedoch hatte man mit dem Eintreffen der Warmfront auf der Alpennordseite in den Morgenstunden mit vereisenden Regen gerechnet. Die Modelle prognostizierten ursprünglich bis zu 2 mm Niederschlag, insbesondere im Norden und Nordosten der Schweiz. Schliesslich traf dies in geringem Masse in der Nordwestschweiz und im Raum St. Gallen auch zu. Die Niederschlagsmengen blieben aber mehrheitlich deutlich unter 1 mm. Am Nachmittag zogen weitere schwache Niederschlagszonenüber die Alpennordseite hinweg. Die Schneefallgrenze stieg dabei auf 1400 bis 1700 Meter an. Im Flachland erreichten die Temperaturen zwischen 3 und 7 Grad. Auch in den kommenden Tagen ist bis auf Weiteres kein neuer Vorstoss von polarer oder gar arktischer Kaltluft in Sicht. Der schönen Schneepracht vom Wochenende geht es nun an den Kragen.

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