Laut dem ERA5-Datensatz war der Januar 2026 weltweit
0,51 °C wärmer als der Durchschnitt vom Januar der Referenzperiode 1991-2020, mit einer Oberflächenlufttemperatur von 12,95 °C;
der fünftwärmste Januar seit Beginn der Aufzeichnungen, 0,28 °C kühler als der wärmste Januar aus dem Jahr 2025;
1,47 °C wärmer als der geschätzte vorindustrielle Durchschnitt der Periode 1850-1900 für den Monat Januar.

In weiten Teilen Russlands und Sibiriens herrschte extreme Kälte mit Temperaturen von bis zu etwa -40 °C. Auch Alaska erlebte eine kalte erste Monatshälfte, wie die monatlichen Anomalien zeigen. Es gab einen Kontrast zwischen den unterdurchschnittlichen Temperaturen im mittleren und östlichen Teil der Vereinigten Staaten, wo gegen Ende des Monats extrem kalte Bedingungen herrschten, und dem westlichen Teil der Vereinigten Staaten, wie Utah, und dem westlichen Teil Kanadas, wo überdurchschnittliche Bedingungen herrschten. Die extreme Kälte im mittleren und östlichen Teil der Vereinigten Staaten spiegeln sich nicht deutlich in den monatlichen Temperaturabweichungen wider, da die weit überdurchschnittlich warmen Bedingungen in der ersten Januarhälfte die extreme Kälte in der zweiten Hälfte teilweise kompensierten.
Die überdurchschnittlichen Temperaturen waren in der Arktis am ausgeprägtesten, insbesondere in weiten Teilen des kanadischen Arktischen Archipels, der Baffin Bay, Grönlands und des russischen Fernen Ostens. Überdurchschnittliche Temperaturen wurden auch im Süden Südamerikas, im Norden Afrikas, in Zentralasien und in weiten Teilen Australiens gemessen. Die Antarktis war insgesamt wärmer als im Durchschnitt.
Ein Grossteil Australiens erlebte im Januar zwei Hitzewellen, wobei an mehreren Orten die höchsten jemals gemessenen Höchsttemperaturen verzeichnet wurden. Am 30. Januar 2026 stieg die Temperatur in Port Augusta (Bundesstaat South Australia) auf bis zu 50 °C. Dies sind die südlichsten 50 °C, die jemals auf der Südhalbkugel gemessen wurden.
In der südlichen Hemisphäre führte die Rekordhitze zu extremen Bedingungen, darunter Waldbrände, die in der zweiten Januarhälfte dramatische Ausmasse annahmen. Unter anderem forderten heftige Brände in Australien, Chile und Patagonien mehrere Menschenleben. Die starken Regenfälle, die in der letzten Januarwoche über das südliche Afrika niedergingen, führten zu schweren Überschwemmungen, insbesondere in Mosambik, mit katastrophalen Folgen für Leben und Lebensgrundlagen.
Die Durchschnittstemperatur auf dem europäischen Kontinent lag im Januar 2026 bei -2,34 °C, also 1,63 °C unter dem Durchschnitt der Jahre 1991-2020 und 4,27 °C kälter als der wärmste Januar 2020. Es war der kälteste Januar seit 2010.

In Fennoskandien, den baltischen Staaten und Osteuropa herrschten sehr kalte Bedingungen. In ganz Lappland wurden regelmässig Temperaturen unter -30 °C gemessen. Die monatlichen Durchschnittstemperaturen lagen in Süd- und Nordnorwegen mehr als 10 °C unter dem Referenzwert, und das Land insgesamt erlebte seinen fünfzehntkältesten Januar seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1901. Estland erlebte einen der kältesten Januar-Monate seit 25 Jahren, und Ende des Monats erlebte auch Lettland die stärkste Kältewelle seit Februar 2012.
Im Gegensatz dazu wurden in weiten Teilen Italiens, auf dem Balkan und im Westen der Türkei überdurchschnittlich warme Bedingungen beobachtet. In vielen Regionen Westeuropas wurden normale oder leicht unterdurchschnittliche Temperaturen gemessen. Diese Bedingungen überdeckten die zugrundeliegende Variabilität zwischen einem kalten Januarbeginn und milderen Bedingungen im weiteren Verlauf des Monats.

In der zweiten Januarhälfte 2026 herrschte in weiten Teilen der nördlichen Hemisphäre, insbesondere in Nordamerika, Europa und Sibirien, extreme Kälte.
Diese Kältewellen wurden hauptsächlich durch kurzfristige Veränderungen in den grossräumigen atmosphärischen Zirkulationsmustern verursacht. Der polare Jetstream, ein Band schneller Winde in etwa 8 bis 12 km Höhe über der Erdoberfläche, das die kalte Polarluft von der wärmeren Luft im Süden trennt, mäandrierte stärker als gewöhnlich. Dadurch konnte die eisige Luft der Arktis in die mittleren Breiten vordringen, anstatt in der Nähe des Pols zu bleiben.
Diese Zirkulation wurde mit einem geschwächten und verformten stratosphärischen Polarwirbel in Verbindung gebracht, einem ausgedehnten Gebiet mit sehr starken Winden und extrem kalter Luft viel höher in der Atmosphäre (etwa 15–50 km über der Arktis). Es ist bekannt, dass solche Bedingungen die Wahrscheinlichkeit eines stark mäandrierenden Jetstreams darunter erhöhen, obwohl die Stärke und der Zeitpunkt dieses Zusammenhangs von Ereignis zu Ereignis variieren können.
Durch die Verringerung des Temperaturunterschieds zwischen der Arktis und den mittleren Breiten könnte die rasche Erwärmung der Arktis in den letzten Jahrzehnten stärkere Schwankungen des polaren Jetstreams begünstigen und damit die Wahrscheinlichkeit von Kältewellen erhöhen. Das Ausmass dieses Einflusses ist jedoch nach wie vor Gegenstand aktiver wissenschaftlicher Forschung. Darüber hinaus wurden die im Januar 2026 beobachteten Kälteperioden mit kurzfristigen Veränderungen in der atmosphärischen Zirkulation in Verbindung gebracht. Diese regionalen Temperaturschwankungen können den langfristigen Erwärmungstrend vorübergehend überlagern, stehen jedoch nicht im Widerspruch zu unserem Verständnis des Klimawandels.

Der Copernicus-Bericht für den Monat Januar 2026 ist in englischer Sprache verfügbar.
Die landesweite Durchschnittstemperatur im Januar 2026 betrug -2,7 °C. Dies entspricht einer Abweichung von -0,4 °C gegenüber dem Referenzzeitraum 1991–2020. An den Standorten von MeteoSchweiz wurden Temperaturabweichungen vom Referenzwert zwischen -1,5 °C und +1,7 °C gemessen, wobei die meisten Stationen eine Abweichung von -1,0 °C bis +0,3 °C aufwiesen. Die höchsten positiven Abweichungen gegenüber dem Referenzzeitraum 1991–2020 wurden im Norden und Zentrum Graubündens sowie im Wallis gemessen. Die grössten negativen Abweichungen wurden im Mittelland und südlich der Alpen gemessen.

Die vollständige Übersicht über den Januar 2026 in der Schweiz finden Sie im Klimabulletin auf der Website von MeteoSchweiz unter der Rubrik Publikationen.