Der Kern von Sturmtief Nils zieht heute von den BeNeLux über den Norden Deutschlands hinweg weiter ostwärts. Die stärksten Winde wurden aber weiter südlich an dessen Südwestrand über Südfrankreich, den Pyrenäen und dem westlichen Mittelmeer inkl. Korsika gemessen. Hier erreichten die Böen Werte von 40 bis 70 kt resp. 75 bis 140 km/h.

Aber nicht nur in Frankreich, sondern auch bei uns in der Schweiz sorgte Nils für teils starken bis stürmischen Wind. Nach einer ersten intensiveren Phase gestern Mittwoch mit Windspitzen am Jura bis 65 kt resp. 120 km/h erreichten die Böen heute Vormittag nochmals einen Höhenpunkt.

Eine sogenannte «bent back occlusion» überquerte heute Vormittag die Alpennordseite. Dies führte zu einem Druckanstieg von teilweise über 6 hPa innerhalb von 3 Stunden. Damit baute sich ein Druckunterschied zwischen dem Genfersee und dem Bodensee von bis zu 10 hPa auf. Solch grosse Druckänderungen und -unterschiede haben natürlich kräftige Windböen zur Folge.

Die Böenspitzen der ersten Tageshälfte zeigen in den Niederungen der Alpennordseite Werte zwischen 50 und 80 km/h, an leicht erhöhten Lagen wurden rund 90 km/h erreicht.
An höher gelegenen Stationen über dem Jura und den Alpen erreichten die Windmaxima 100 bis 130 km/h. Auf dem Chasseral wurden sogar 141 km/h gemessen.

Nebst Wind sorgte das Sturmtief Nils auch für teils grössere Niederschlagsmengen, dies insbesondere in den westlichen Landesteilen sowie am Nordrand der Schweiz.

Der Niederschlag zeigt eine für Westlagen typische Verteilung: In den westlichen Landesteilen wurden die höchsten Werte totalisiert, während in den östlichen Alpen nur wenig Niederschlag fiel.
Zwischen Dienstag- und Donnerstagmittag sind in den Westalpen Niederschlagssummen von 50 bis teils über 70 mm zusammengekommen. Oberhalb von rund 1800 Metern folgte daraus rund 50 bis über 80 cm Neuschnee.

Die Schneefallgrenze lag im Westen meist zwischen 1000 und 1400 Metern, im Wallis schneite es teilweise bis in etwas tiefere Lagen. In der Zentral- und Ostschweiz lag die Schneefallgrenze meist etwas höher bei 1200 bis 1700 Metern, sank dann aber im Tagesverlauf ebenfalls etwas ab.

Mit diesem Schneedeckenzuwachs hat sich die bisher unterdurchschnittliche Schneehöhe im Wallis etwas dem für Mitte Februar üblichen Wert angenähert.

In den übrigen Regionen reicht der Neuschnee aus dem aktuellen Niederschlagsereignis dagegen nicht, um die Schneehöhe zu normalisieren. Ein Blick auf die Prognosekarten verrät aber: Bereits ab dem Wochenende sind noch weitere Schneefälle in Sicht.