Kurzfrist Vorhersage versus wöchentlichen Trend
Es ist wichtig, zwischen einer tagesgenauen Wettervorhersage (Kurzfrist) und einer Wochenprognose zu unterscheiden. Im ersten Fall geht es darum, die Wetterentwicklung von Tag zu Tag vorherzusagen. Mit den aktuellen Vorhersagemodellen lässt sich eine tägliche Entwicklung bis zu 7 Tage im Voraus vorhersagen (je nach Wetterlage mit mehr oder weniger grosser Zuverlässigkeit). Darüber hinaus nimmt die Zuverlässigkeit stark ab, und nach 10 Tagen geht die Vorhersagbarkeit praktisch verloren (d. h. eine zufällige Vorhersage wäre genauso zuverlässig). Es ist also sinnlos, sich die Vorhersagen für einen Event in einem Monat anzusehen.
Bei den Monatsvorhersagen geht es darum, wöchentliche Tendenzen anzugeben, d. h. zu sagen, ob die kommenden Wochen wärmer oder kälter, feuchter oder trockener als der saisonale Durchschnitt sein werden. Es geht also nicht darum, das Wetter für ein bestimmtes Datum vorherzusagen. Wenn beispielsweise eine Woche wärmer und trockener als normal sein soll, schliesst dies nicht aus, dass eine Kaltfront mit Niederschlägen durchzieht und vorübergehend ein Temperaturrückgang stattfindet. Auf dieser Grundlage kann man die Wochenvorhersagen sinnvoll interpretieren.
Monatliche Prognose, was zu beachten ist
Eine Vorhersage der wöchentlichen Durchschnittswerte für die kommenden Wochen sollte als allgemeiner Trend betrachtet werden, um den herum sich das Wetter von Tag zu Tag ändern kann. Bei einem Wetterumschwung kann es beispielsweise durchaus vorkommen, dass die erste Wochenhälfte sehr kalt und niederschlagsreich ist, während die zweite Hälfte deutlich milder und trocken ausfällt. In diesem Fall würde der wöchentliche Durchschnitt in Bezug auf Temperaturen und Niederschläge nahe am saisonalen Durchschnitt liegen.
Verwendungs- oder Interpretationsbeispiele
- Eine anhaltende Trockenheit vorhersagen.
- Einschätzen, ob im Vergleich zur aktuellen Situation eine signifikante Änderung der Wetterlage zu erwarten ist.
- Den Energiebedarf für die Heizung vorhersagen.
Beispiele für fehlerhafte Anwendung oder Interpretation
- Schlussfolgern, dass eine Trockenheitsanomalie bedeutet, dass es die ganze Woche nicht regnen wird.
- Schlussfolgern, dass eine trockene und warme Anomalie bedeutet, dass es sonnig sein wird. Diese Vorhersage gibt keinen Aufschluss über die Bewölkung. Insbesondere im Winter kann es im Mittelland stark bewölkt sein (Hochnebel) und dennoch trocken.
- Wahrscheinlichkeit und Menge verwechseln: Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass eine Woche feuchter als normal ist, bedeutet dies nicht, dass die Regenmengen zwangsläufig sehr hoch sein müssen.
- Eine Vorhersage für einen bestimmten Tag machen, beispielsweise für eine Veranstaltung.
Beispiele für Monatsprognosen
MeteoSchweiz bietet Monatsprognosen in Form von Wahrscheinlichkeiten im Vergleich zum saisonalen Durchschnitt (berechnet für den Zeitraum 1991–2020) an. Der Monatsausblick ist eine Vorhersage der Temperatur- und Niederschlagstendenz für die nächsten drei Wochen. Sie basieren auf den Prognosen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen.
ECMWF
Nachstehend finden Sie zwei Beispiele für Wochenvorhersagen für die Westschweiz. Die gleichen Grafiken sind auch für den Nordosten und den Süden der Schweiz verfügbar.
Vorhersage für die Woche vom 3. bis 9. Februar 2025
In diesem Beispiel wird für die Woche vom 3. bis 9. Februar 2025 eine überdurchschnittlich milde Temperatur mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % oder eine durchschnittliche Temperatur mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 % vorhergesagt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Temperatur unter dem saisonalen Durchschnitt liegt, ist deutlich geringer (>20 %).
Der Trend für Niederschläge ist eindeutiger: mit einer Wahrscheinlichkeit von über 70 %, sollte es trockener sein als im Durchschnitt. Das schliesst zwar Niederschlag nicht aus, aber die Vorhersage ergibt eine Wahrscheinlichkeit von über 70 %, dass es während der gesamten Woche weniger als 3,6 mm regnen wird.
Dieser Trend stimmt auch mit der Druckvorhersage des ECMWF überein, die eindeutig eine antizyklonale Tendenz in Europa zeigt (positive Druckanomalie, Hochdruck), was im Winter häufig graues Wetter in den Niederungen und mildes, sonniges Wetter in den Bergen bedeutet.