Blitzortung

Für die genaue Erfassung von Blitzen empfängt MeteoSchweiz Blitzortungsdaten. Diese geben unter anderem Auskunft über Zeitpunkt, Einschlagsort und Intensität der Blitze. Daraus erstellt MeteoSchweiz Gewitterkarten und veröffentlicht bei Bedarf Warnungen.

Informationen über Blitze lassen sich aus den elektromagnetischen Wellen gewinnen, die diese aussenden. Mit Hilfe von Antennen können diese Wellen nachgewiesen werden. MeteoSchweiz bezieht die Daten zu Blitzeinschlägen von der Firma Météorage, die ein eigenes Antennennetz betreibt. Météorage gehört zum Europäischen Blitzerfassungsnetzwerk EUCLID (European Coorperation for Lightning Detection), das die Verteilung von Blitzdaten in ganz Europa koordiniert.

Wie die Einschlagsorte der Blitze ermittelt werden

Vergrösserte Ansicht: Europakarte mit den Antennenstandorten von Sizilien bis zum Nordkap in Norwegen; die verschiedenen Sensortypen werden in verschiedenen Farben dargestellt.
Das EUCLID-Netzwerk mit den Antennenstandorten und den unterschiedlichen Sensortypen, die eingesetzt werden.

Die Ermittlung des genauen Einschlagsortes eines Blitzes ist ein kombiniertes Verfahren. Jeder einzelne Blitz wird von verschiedenen Antennen erfasst. Mit Triangulation lässt sich der Einschlagsort bestimmen; dies basiert auf den unterschiedlichen Einschlagswinkeln, welche an den Antennen gemessen werden. Ausserdem erfasst jede Antenne die genaue Zeit des Eintreffens der elektromagnetischen Welle. Durch den Vergleich dieser Zeiten können die Koordinaten des Blitzes berechnet werden. Im Normalfall kann der Ort des Einschlags auf rund 1000 Meter genau angegeben werden. Die Genauigkeit ist weitgehend unabhängig von der örtlichen Topographie. Blitze in Bergregionen können genauso gut lokalisiert werden wie im Flachland.

Verfügbare Blitzdaten

Mit diesem Verfahren werden im Mittel 95 Prozent der Wolken-Bodenblitze beobachtet. Nachgewiesen werden auch Wolken-Wolkenblitze, das eingesetzte Verfahren erfasst jedoch nur etwa 45 Prozent dieser Blitze. Für jedes Blitzereignis erhält MeteoSchweiz von der Firma Météorage folgende Grössen:

  • Zeitpunkt des Einschlags mit einer Genauigkeit von einer Zehntelsekunde
  • Längen- und Breitengrad des Einschlagortes
  • Polarität und Intensität des Blitzes
  • Anzahl Hauptblitze (strokes)
  • Typ des Blitzes (Erd- oder Wolkenblitze)
  • Form und Grösse der Ellipse, die mit 90% Sicherheit den Einschlagsort enthält

Aus diesen Informationen erstellt MeteoSchweiz verschiedene Produkte, zum Beispiel Gewitterkarten. Für alle automatischen Messstationen (SwissMetNet) werden die Blitze im Umkreis von 3 km (Nahblitze) und zwischen 3 und 30 km (Fernblitze) ermittelt. Daraus werden verschiedene Summen (Anzahl Blitze pro zehn Minuten, pro Stunde, Tag, Monat und Jahr) sowie Spitzenwerte gerechnet.

 

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