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Es bleibt unbeständig und nass

MeteoSchweiz-Blog | 05. Juni 2024
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Zur Wochenmitte werden wir zumindest zeitweise von der Junisonne verwöhnt. Wirklich stabil ist die Wetterlage aber weiterhin nicht. Im Gegenteil: In den nächsten Tagen nimmt die Schauer- und Gewitterneigung wieder zu, am Wochenende droht mit einer Luftmassengrenze erneut kräftiger Gewitterregen.

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Am gestrigen Dienstag war das Wetter gar nicht so schlecht. Nach längerer Zeit gab es mal wieder einen schönen und oft trockenen Tag mit Höchsttemperaturen um 23 Grad. Vielerorts schien die Sonne 6 bis 10 Stunden lang, örtlich waren es sogar fast 13 Sonnenstunden, so in Güttingen, Einsiedeln oder Neuenburg. Doch auch an einem so freundlichen Tag wie gestern war die Wetterlage nicht ganz stabil. Zeitweise bildeten sich Quellwolken und in der zweiten Tageshälfte über den Voralpen und Alpen einzelne Schauer oder Gewitter. In der Lenk im Simmental fielen immerhin 17 mm Regen.

Lokale Platzregen auch am Mittwoch

Auch am frühen Mittwochmorgen gab es kurze Schauer. Am Nordrand der Schweiz und entlang der zentralen und östlichen Voralpen bildeten sich zwei Schauerbänder, die lokal wenige Millimeter Niederschlag brachten. Verantwortlich dafür war vor allem ein kleiner Warmlufteinschub in den mittleren Luftschichten, der die Luftsäule vertikal streckte und labilisierte. In der warmen Jahreszeit lösen solche Warmlufteinschübe nicht selten entkoppelte Konvektion («elevated convection») aus, und zwar unabhängig von Tageszeit und Sonneneinstrahlung bevorzugt in den Nacht- und frühen Morgenstunden. Die Folge sind mehr oder weniger verbreitete Schauer, bei ausreichender Labilität auch Gewitter, so genannte Warmlufteinschubgewitter. In der Ballonfahrerszene ist dieses Phänomen auch unter dem Begriff Morgenthermik bekannt.

Ab Mittwochmittag folgte die Schauer- und Gewitterbildung dann wieder dem gewohnten Tagesgang. Zuerst entwickelten sich über dem Jura, später mit zunehmender Konvergenz von Südwest- und Nordwestwind auch entlang der Voralpen sowie im angrenzenden Mittelland wieder einzelne Schauer und Gewitter. Die Niederschlagszellen entstanden über den Bergen und mit Hilfe von Bodenwindkonvergenzen aus der bodennahen Grenzschicht heraus, im Gegensatz zu den nächtlichen Schauern, die aus der mittleren Troposphäre initialisiert wurden.

Eingefahrene, nasse Wetterlage

In den nächsten Tagen ändert sich die Wetterlage nur wenig. Mit einer westlichen bis südwestlichen Höhenströmung wird weiterhin zeitweise feuchte und labile Luft zur Schweiz geführt. Darin entwickeln sich am Donnerstag und Freitag wieder vermehrt Schauer und Gewitter, wiederum mit dem Schwerpunkt über den Bergen, lokal aber auch im Flachland.

Am Wochenende liegt die Schweiz gemäss den Modellprognosen im Bereich einer Luftmassengrenze. Sie trennt feuchtwarme und energiereiche Luft im Süden von kühlerer Luft im Norden. Dabei kommt es beidseits der Alpen verbreitet zu Regenfällen und Gewittern, die lokal kräftig ausfallen und in wenigen Stunden grössere Niederschlagsmengen von 25 bis 50 mm bringen können. Der Schwerpunkt der Niederschläge ist noch mit Unsicherheiten behaftet. Es zeichnet sich aber ab, dass sich die Hochwassersituation in den betroffenen Gebieten der Zentral- und Nordostschweiz nur zögerlich entspannen oder eventuell nochmals verschärfen wird. Unsere Kolleginnen oder Kollegen vom BAFU halten Sie diesbezüglich auf dem Laufenden.

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