Schweizweit der kälteste Tag in diesem Zeitraum war der 22. November. An vielen Standorten wurden Tagesmitteltemperaturen registriert, die nur alle 3-8 oder 5-10 Jahre unterschritten werden. Das Tagesmittel am 22. November war für das aktuelle Klima an einigen Messstandorten aussergewöhnlich niedrig, mit Wiederkehrperioden von 8-15, 10-25 Jahren oder gar noch längeren Zeiträumen. La Brévine im Jura, mit der Rekordtemperatur von -41,8 °C der offiziell kälteste Ort im Messnetz von MeteoSchweiz, verzeichnete ein Tagesmittel von -17,0 °C. An diesem Standort ist das heute ein über 25-jährliches Ereignis in einem November. Die gleiche Jährlichkeit wies das Tagesmittel von -4,2 °C auf, das in Schaffhausen gemessen wurde.
Die Kälte in der Nacht vom 22. auf den 23. November sorgte an einer Messstation mit Messbeginn 1971 für einen neuen Rekord der Tagesminimum-Temperatur: In Ebnat-Kappel wurden -15,7 °C gemessen, so kalt wie noch nie zuvor in einem November.
Die Kälteperiode in der zweiten Novemberhälfte sorgte dafür, dass die anfänglich hohen Novembertemperaturen kompensiert wurden, so dass die landesweite Monatsmitteltemperatur schlussendlich etwa im Bereich der Referenzwerte der Periode 1991-2020 liegen dürfte.
Dies zeigt uns einerseits, dass trotz Klimawandel Kälteperioden weiterhin möglich sind. Andererseits ist zu beachten, dass die genannten Wiederkehrperioden für das heutige Klima gelten. In den langen Messreihen von MeteoSchweiz wurden in diesen Novembertagen keine Kälterekorde gebrochen. Die kältesten Temperaturen in den über 100-jährigen Messreihen stammen alle aus Jahren vor 2000, oft sogar vor 1915. Entsprechend waren Temperaturen, wie wir sie in dieser zweiten Novemberhälfte teilweise registrierten, früher häufiger anzutreffen.
Weniger Schnee und Kälte