Reif entsteht, wenn sich Luftfeuchtigkeit in Form feiner Nadeln absetzt, zum Beispiel auf Ästen. Die Lufttemperatur muss unter -8 Grad liegen, damit der Wasserdampf direkt zu Eis gefrieren kann. Solche Landschaften sieht man häufig in der Nähe von Gewässern, die der Luft die notwendige Feuchtigkeit liefern. Die benötigten tiefen Temperaturen werden im Engadin sehr oft erreicht, selbst schon Anfang November.

Dieses Sprichwort beruht auf der Annahme, dass das Wetter überwiegend von Westwinden bestimmt wird. Tatsächlich bedeutet ein rötlicher Morgen, dass im Osten, wo die Sonne aufgeht, der Himmel klar oder nur leicht bewölkt ist. Die rosafarbenen Wolken hingegen sieht man, wenn man nach Westen schaut, beleuchtet von der aufgehenden Sonne. An diesem Tag deuten die farbigen Wolken tatsächlich auf die Annäherung einer Front hin, und der Tag zeigte sich überwiegend bewölkt. Am 23. Dezember 2020 befand sich die Schweiz in milder Luft vor einer Kaltfront, die in den folgenden zwei Tagen das Land überquerte und einen Temperaturrückgang von fast 15 Grad brachte – lokal gab es dadurch sogar im Mittelland sogar weisse Weihnachten.

An diesem, über den Alpen unruhig wirkenden Himmel, sticht die wellenartige Wolke sofort ins Auge. Bei diesem Phänomen handelt es sich um eine Kelvin-Helmholtz-Instabilität, sie charakterisiert sich durch eine Windscherung zwischen zwei Luftschichten. In diesem Fall ist im Tal am 8. Februar 2025 eine dunstige, windschwache Grundschicht zu sehen, während über den Alpen stürmischer Wind herrschte.

Diese für den Sommer typische, turmartig aufquellende Wolke – ein massiver Cumulus congestus – ist ausreichend in die Höhe geschossen, um einen kräftigen Regenschauer zu produzieren. Setzt sich das Wachstum fort, kann er sich zu einem Cumulonimbus, also einer Gewitterwolke, weiterentwickeln, welche Hagel und Sturmböen mit sich bringen kann. Dieser Übergang kann innerhalb weniger Minuten erfolgen – daher ist es wichtig, die Entwicklung solcher Wolken aufmerksam zu beobachten. Aus sicherer Entfernung sind sie jedoch ein wahrer Genuss für das Auge!

Die Atmosphäre birgt faszinierende optische Phänomene – wie diesen prachtvollen Doppelregenbogen im Val de Moiry an einem gewittrigen Sommertag. Das Erscheinen eines zweiten Bogens ausserhalb des Hauptbogens ist auf die doppelte Reflexion des Sonnenlichts in den Regentropfen zurückzuführen. Seine Farben sind umgekehrt angeordnet, und er ist stets blasser als der Primärbogen. Ein Teil der einfallenden Lichtstrahlen gehen bei den beiden aufeinanderfolgenden Reflexionen verloren. Die Gesetze der Optik schenken uns eine wunderbare Farbpalette – vorausgesetzt, man steht im richtigen Winkel zur Sonne.

Die Burgen Valère und Tourbillon (Sion, VS) ragen aus einer dichten Nebeldecke empor, die sich Anfang 2024 über den Talgrund der Rhoneebene gelegt hat. Eine im Wallis – selbst mitten im Winter – sehr seltene Wetterlage, die hier ein besonders ästhetisches Schauspiel bietet: ein reizvolles Spiel aus Licht und Schatten, entstanden durch das Zusammenspiel von Sonne und Nebel.

Dieser besonders dunkle und bedrohliche Himmel ist das Ergebnis eines instabilen und feuchten Tages. Am Nachmittag hatten sich über Frankreich bereits Gewitter gebildet. Mit Südwestwind wurden sie am Abend nach Genf getragen. Im Hintergrund des Fotos sind bereits Niederschläge zu erkennen, während die Wolken im Vordergrund beginnen, eine wellenförmige, nach unten gerichtete Struktur anzunehmen – sogenannte Asperitas-Wolken.

Dieser blätterförmige Reif bildete sich auf einer Schneefläche während mehreren klaren und kalten Nächten. Diese Eiskristalle entstehen, wenn die Luft feucht, aber nicht gesättigt ist (also ohne Nebel). Der Wasserdampf in der Luft geht dann direkt vom gasförmigen in den festen Zustand über. So entstehen im Laufe mehrerer Nächte wahre Reifblätter oder -fächer, die der hexagonalen Struktur der Eiskristalle folgen. Anfang 2025 herrschten im Kanton Schwyz dank Hochdruckwetter die dafür benötigten ruhigen und relativ kalten Bedingungen.

Diese klar abgegrenzten, glatt wirkenden und mehrlagigen Wolken am Tessiner Himmel wirken friedlich. Doch die scheinbare Ruhe täuscht: Lenticularis-Wolken sind ein Zeichen starker Höhenwinde und entstehen durch wellenförmige Luftbewegungen über oder auf der stromabgewandten Seite von Gebirgszügen, hier in den Alpen. Dank der tief stehenden Sonne treten die Kontraste zwischen Licht und Schatten besonders eindrücklich hervor.

An einem Augustabend wird die bisher ruhige Sommerstimmung durch ein Gewitter beendet. Vor einer sich nähernden Störung heizte die Sonne tagsüber die Luft auf und erhöhte so die Instabilität. Am Abend waren alle nötigen Zutaten vorhanden, so dass ein Gewitter entstehen konnte. Es erleuchtete den Himmel mit tausend Blitzen und offenbarte die in der Höhe vorhandene Energie durch eine ebenso wunderschöne wie ohrenbetäubende elektrische Aktivität – wie hier in Murten im Kanton Freiburg.

Polarlichter (oder Nordlichter) tanzen manchmal selbst auf unseren Breiten am Himmel, in Ausnahmefällen sogar in den Tropen. Dies geschieht, wenn starke Sonneneruptionen besonders grosse Mengen Sonnenmaterie in Richtung Erde schleudern. Nähert sich dieser Teilchenstrom der Erde, interagiert er mit dem Erdmagnetfeld und kann einen starken geomagnetischen Sturm (hoher Kp-Wert) auslösen – vorausgesetzt, das Magnetfeld der vom Sonnenwind kommenden Plasmaschicht ist nach Süden ausgerichtet. Die rosarote Färbung entsteht durch Stickstoffatome in der oberen Atmosphäre, die durch die Sonnenpartikel angeregt werden. Das übliche Grün der Polarlichter hingegen stammt von Sauerstoffatomen in niedrigeren Höhen. Aufgrund des Beobachtungswinkels erscheinen die Polarlichter von unseren Breiten aus meist, wie hier, rosarot.

Mitten im Winter hat die Sonne das Gras an den Südhängen oberhalb von Sigriswil wieder zum Vorschein gebracht. Der Thunersee hingegen verschwindet im Nebel. Hoch darüber thront das Stockhorn unter azurblauem Himmel. Die Temperatur auf dem Gipfel des Stockhorns ist wahrscheinlich höher als in Thun, wo sie den ganzen Tag kaum über 1 Grad stieg.

Manchmal bietet der Himmel faszinierende Phänomene: Auf diesem Foto des Mont-Blanc-Massivs, aufgenommen vom Waadtländer Jura, zeigt sich eine Palette von Farben und Wolken, die viel über die Wetterlage des Tages verrät. Im Vordergrund bedeckt der bekannte Hochnebel das Mittelland – ein Hinweis auf Hochdruckwetter. Im Hintergrund, über dem Mont Blanc, türmen sich linsenförmige Wolken, die sogenannten Lenticularis. Sie entstehen, weil der starke Nordwind in der Höhe über den Alpen Wellen bildet und auf dem Wellenkamm die Luftfeuchte auskondensiert. Als besonderes Highlight erstrahlen die Lenticularis in einem schönen Orangeton früh am Morgen dieses Dezembertages – ein verheissungsvoller Anblick für all jene, die das Glück haben, über dem grauen Nebelmeer zu sein.

Diese UFO-förmige Wolke, die über dem Piz Rosatsch schwebt, weist auf eine Welle hin. Sie wird durch den Südwind verursacht, welcher rechtwinklig über die Bergkette weht. Wolken dieser Art, sogenannte Lenticularis, sind häufig ein Hinweis auf Föhn in den Alpen. An diesem letzten Oktobertag ist es im Tal jedoch ruhig, sodass der Lago di San Murezzan wie ein Spiegel wirken kann.

Sonnenaufgang an einem Novembermorgen mitten im Wald von Guttannen im Berner Oberland. Seit einigen Tagen herrscht Hochdruckwetter und in den untersten Schichten ist in den langen Nächten ein feuchter Kaltluftsee entstanden. Über dem Mittelland liegt deshalb Hochnebel. Doch hier im Aartal lädt uns die Natur ein, den Triumph des Lichts zu erleben. In der feuchten Waldluft sind die Sonnenstrahlen besonders eindrucksvoll und bieten ein wahres Lichtschauspiel, das den Beginn eines schönen und milden Tages ankündigt.

Westwind in der Höhe und relativ feuchte Luft über den Alpen führten zur Bildung dieser Wellenwolken in der Region des Lago della Sella im Gotthard-Massiv. Auf den Wellenkämmen kondensiert die Luftfeuchte zu Wolken aus, in den Wellentälern verdunsten die Wolkentröpfchen wieder. Diese gewellten Wolken werden als Altostratus undulatus bezeichnet.

Nach einem heissen Sommertag mit Temperaturen über 30 Grad entwickelten sich über den Bergen Gewitter. Ein Cumulonimbus, der im Alpstein-Massiv über 10’000 Meter in die Höhe schoss, konnte von Wangen (ZH) aus festgehalten werden. Genau in dem Moment, als er von einem Blitz durchzuckt wurde.

Eine Landschaft, würdig einer Turner-Leinwand. Die Silhouetten einiger Boote im Gegenlicht und ein Abendhimmel nach einem Sommergewitter. Die niedrigsten Wolken, bereits im Schatten, machen Platz und geben den Blick frei auf die Oberseiten der höheren Wolken, noch vom rosa Licht der untergehenden Sonne erhellt. Um den dramatischen Effekt zu verstärken, erkennt man in der Ferne die bedrohlichen Ambosse einiger letzter Cumulonimbuswolken über dem Jura und dem Elsass.

Kein Licht ohne Schatten. Damit Schatten in der Atmosphäre sichtbar sind, müssen kleine Wassertröpfchen oder andere in der Luft schwebende Aerosole vorhanden sein. Trifft Sonnenlicht auf diese Partikel, wird es in alle Richtungen gestreut und die Luft erscheint weisslich. Im Schatten dagegen sieht die Luft dunkler aus. Auf diesem Bild wird der Rhythmus durch die Abfolge der quer zum Lago Maggiore verlaufenden Berge und Täler bestimmt. Das Licht wird deutlich durch den Dunst gestreut, dessen obere Grenze erkennbar ist. Dieser Dunst bildete sich im Zuge einer stabilen Hochdrucklage gegen Ende des Jahres 2019.

Diese beeindruckende bogenförmige Wolkenstruktur, die man am Rand mancher heftiger Gewitterzellen beobachten kann, trägt den Namen Arcus. Der dunkle, wulstige Saum scheint jeden Beobachter in der Nähe verschlingen zu wollen… Der Arcus entsteht durch das Aufsteigen von Luft an der Vorderseite eines ziehenden Gewitters, das sich manchmal über Dutzende oder gar Hunderte von Kilometern fortbewegt. Zusammen mit starken Böen zieht der Arcus oft wenige Minuten vor dem Eintreffen starken Regens und Hagel auf. Dies geschah auch bei diesem Gewitter, das in der Region des Bodensees aufgenommen wurde. So fotogen er auch sein mag, der Arcus bleibt ein Zeichen für heftige, mitunter zerstörerische Gewitter.

Frühlingsmorgen am Zugersee. Während sich eine lockere Schicht Stratocumuluswolken am Himmel ausbreitet – ein Vorbote einer Kaltfront – verschmelzen die Blautöne von Himmel und See miteinander und verlieren sich ineinander. Auf der Wasseroberfläche tanzen Wolkenbällchen. Der perfekte Spiegel, den uns Mutter Natur an diesem frühen Morgen schenkt, lädt zu Ruhe und Gelassenheit ein.

Diese Mammatuswolken (nach neuer WMO-Bezeichnung auch «Mamma» genannt) wurden an einem Sommerabend im französischen Jura festgehalten. Mammatus können entstehen, wenn direkt unter der Wolke die Luft instabil geschichtet ist. Wenn dann Wassertropfen oder Eiskristalle in diese Schicht fallen, verdunsten sie, wodurch die Luft lokal befeuchtet und abgekühlt wird. Dadurch sinkt sie ab, während die umliegende, trockene und wärmere Luft aufsteigt. Diese beiden gegensätzlichen Bewegungen verleihen der Wolkenunterseite ihr charakteristisches, brustförmiges Aussehen.

Seit fast drei Tagen fiel damals unaufhörlich Schnee – im Osten des Schweizer Mittellandes bis in tiefste Lagen. Diese für den Winter typische Ostwetterlage erfreut die Liebhaber des weissen Goldes, erschwert jedoch den Pendleralltag erheblich. Für die Glücklicheren ist diese winterliche Phase eine Einladung zu Spaziergängen im Tanz der Schneeflocken – ohne dabei zu vergessen, dass jenseits des üppigen Weiss, das uns die Natur an diesem Tag schenkt, auch die Farben des Regenbogens leuchten.

Altocumulus-Wolken bei Sonnenaufgang im Solothurner Jura. Diese Wolken entstanden an einem Sommermorgen im Vorfeld einer schwachen Kaltfront. Noch beleuchtet die tiefstehende Sonne das Dünnerntal, kurz darauf wurde sie von den Wolken verdeckt.
