Phänologisches Beobachtungsnetz

Das phänologische Beobachtungsnetz von MeteoSchweiz umfasst 160 Stationen. 26 verschiedene Pflanzenarten werden beobachtet, um die Vegetationsentwicklung zu beschreiben. Anhand dieser Informationen lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetation untersuchen. Die Beobachtungen dienen auch dazu, um Prognosemodelle für den Blühbeginn zu erstellen.

Die Phänologie befasst sich mit den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen der Lebewesen. In der Pflanzenphänologie werden die Eintrittstermine der sogenannten Phänophasen wie Blattentfaltung, Blüte, Fruchtreife, Blattverfärbung und -fall beobachtet und notiert. In der Schweiz existiert das phänologische Beobachtungsnetz seit 1951. Heute werden an rund 160 Stationen insgesamt 26 Pflanzenarten beobachtet, wobei das Beobachtungsprotokoll 69 Phänophasen umfasst. Die beobachteten Arten und Phasen sind im Beobachtungsformular ersichtlich.

Aktuelle Meldungen und langfristige Klimauntersuchungen

Die Arbeit der Beobachter besteht darin, das Datum der einzelnen Phasen festzuhalten. Die Beobachter haben die Möglichkeit, ihre Daten entweder auf einem Formular zwei Mal pro Jahr an MeteoSchweiz zu senden oder sie übermitteln ihre Meldungen unmittelbar nach der Beobachtung direkt online. Diese aktuellen Meldungen werden umgehend ausgewertet und als Grundlage für Berichte zum aktuellen Zustand der Vegetation verwendet. Die mit den Formularen eingeschickten Daten werden zusammen mit den Onlinedaten ausgewertet und für die Untersuchung der langfristigen Einflüsse des Klimas auf die Vegetation und für eine Jahresübersicht verwendet.

Inzwischen wird ein grosser Teil der Beobachtungen online übermittelt. Die Resultate werden auf der Internetplattform PhaenoNet dargestellt: Es sind dort sowohl die Beobachtungen von MeteoSchweiz als auch die Beobachtungen, die im Rahmen Phänologie-Programms von GLOBE erhoben werden, zu sehen. PhaenoNet steht allen interessierten Personen offen, ihre Beobachtungen zu melden. Auf diese Weise hat MeteoSchweiz rasch Zugang zu einer Vielzahl an phänologischen Informationen, um Auskunft über den aktuellen Vegetationszustand geben zu können.

Vielseitige Anwendungen phänologischer Beobachtungen

Die Resultate pflanzenphänologischer Untersuchungen können vielseitig eingesetzt werden:

  • Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetation können gezeigt werden     
  • Prognosemodelle für den Blühbeginn können erstellt werden, beispielsweise für Pollenprognosen.
  • In der Forschung lassen sich Zusammenhänge mit der Tierwelt in Bezug auf den Klimawandel untersuchen.
  • In der Ökosystemforschung können Zeitraum und Länge der Vegetationsperiode bestimmt werden.

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