Lange phänologische Beobachtungsreihen

Seit 1808 wird der Zeitpunkt des Blattausbruchs der Rosskastanie in Genf registriert, seit 1894 die Kirschbaumblüte bei der ländlichen Station Liestal. Diese Zeitreihen sind deshalb wertvoll, weil sie viel weiter zurückreichen als die Beobachtungen der Stationen des nationalen phänologischen Beobachtungsnetzes.

Die Beobachtungen der Stationen des phänologischen Beobachtungsnetzes beginnen in den 1950er Jahren. Die beiden Messreihen für die Rosskastanie in Genf und für die Blüte des Kirschbaums in Liestal, die längsten der Schweiz, reichen deutlich weiter zurück und liefern wertvolle Hinweise auf die Reaktion der Vegetation auf das Klima in früheren Jahren.

Blattausbruch der Rosskastanie in Genf seit 1808

Der Blattausbruch der Rosskastanie von Genf variiert sehr stark. Im Jahr 1816 öffneten sich die ersten Knospen am 23. April, am frühesten wurde dieses Ereignis am 29. Dezember 2002 beobachtet. Seit 1900 ist ein deutlicher Trend zu früheren Eintrittsterminen ersichtlich. Eine Rolle spielen dabei die globale Klimaänderung, aber auch bauliche Veränderungen in der Umgebung und eine stärkere Erwärmung in der Stadt. Seit einigen Jahren hat sich dieser Trend umgekehrt. Die Gründe dafür sind noch nicht bekannt und können am Baum selber, an Veränderungen der Umgebung oder an einer geänderten Reaktion auf die Temperaturen liegen. Der offizielle Baum ist im Sommer 2015 abgestorben und seither werden die Beobachtungen an einem neuen Baum gemacht.  

Blüte des Kirschbaums in Liestal seit 1894

Beobachtet wird in Liestal-Weideli ein wilder Kirschbaum an einem Waldrand. Ab 1990 lässt sich in der ländlichen Umgebung von Liestal ein Trend zu früheren Eintrittsterminen feststellen. Die Variationsbreite der Beobachtungen ist deutlich kleiner als beim Blattausbruch der Rosskastanie in Genf.

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