Wetterereignisse
Goldener Oktober mit viel Sonne in den Bergen
Schon in den ersten beiden Tagen zeigte sich der Oktober sehr sonnig. Nach einem kurzen Unterbruch positionierte sich vom 7. bis 18. Oktober 2025 ein kräftiges Hoch über den Britischen Inseln. An dessen Südrand profitierten die Bergregionen in der Schweiz während fast zwei Wochen von wunderbarem Herbstwetter mit viel Sonne, guter Fernsicht und milden bis warmen Temperaturen über dem Hochnebel. Bergstationen registrierten tagelang die maximal mögliche Sonnenscheindauer. In Zermatt war dies an 14 Tagen der Fall, in Samedan wurden an 11 Tagen 95% oder mehr der maximal möglichen Sonnenscheindauer verzeichnet. In Berglagen kletterten die Tagesmitteltemperaturen teilweise rund 5 bis 6,5 °C über die Mittel der Referenzperiode 1991-2020. Auf der Alpensüdseite wurden die Referenzwerte in diesen Tagen lokal um 4-5 °C übertroffen. Neue Rekorde der Tageshöchsttemperatur für Oktober wurden aber nicht erreicht. Diese stammen weitgehend aus dem extrem warmen Oktober 2023. Im Mittelland und in den Tälern auf der Alpennordseite blieben die Temperaturen in dieser Phase wegen des verbreiteten Hochnebels meist leicht unter dem langjährigen Durchschnitt.
Erster Herbststurm des Jahres
Ab dem 20. Oktober dominierte in der Höhe eine westliche Strömung. Nach einigen nassen Tagen, die in der West- und Nordschweiz und im Wallis lokal zwischen 15 und 35 mm brachten, folgte am 23. Oktober 2025 mit einer aktiven Kaltfront der erste Herbststurm des aktuellen Jahres. Die Front sorgte auch im Flachland für Sturmwinde: in Bouveret wurden maximal 128 km/h, in Luzern 114 km/h registriert, in Nyon 111 km/h, in Thun 109 km/h, in Grenchen und Schaffhausen 106 km/h und in Basel/Binningen und Zürich/Fluntern 102 km/h. Die höchsten Windspitzen wurden mit 130 bis 150 km/h in den Alpen und im Jura gemessen. Auf dem Säntis zeigte der Windmesser 149 km/h an, auf dem Pilatus 148 km/h. Böenspitzen bei Herbststürmen in dieser Grössenordnung werden auf der Alpennordseite an vielen Messstandorten etwa alle 1-3 Jahre oder alle 2-5 Jahre überschritten. An einigen Standorten im Genferseegebiet und in der Zentralschweiz wurden auch Jährlichkeiten von 3-8 oder gar 10-20 Jahren registriert. In Bière auf 684 m ü.M. wurde mit 125 km/h ein neuer Höchstwert seit 1993 gemessen. Das entspricht dort gemäss der Extremwertstatistik einem 10-20-jährlichen Ereignis. Der Messwert in Bouveret wird etwa alle 8-15 Jahre überschritten. Die Stationen Luzern, Pilatus, Nyon und Pully verzeichneten ein 3-8-jährliches Ereignis. Die Front brachte auch wenig Neuschnee in den Bergen, vereinzelt kamen 10-20 cm zusammen (z.B. am Säntis, in Arosa, auf dem Grimsel Hospiz oder dem Weissfluhjoch).