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Klima der Schweiz

Das Klima der Schweiz ist stark durch die Alpen und die Nähe zum Atlantik geprägt. Die Alpensüdseite wird primär vom Mittelmeer beeinflusst. Es lassen sich vier Jahreszeiten klar voneinander unterscheiden. Die Eigenschaften des Schweizer Klimas werden anhand von langjährigen Mittelwerten, den Schwankungen um diese Werte sowie Extrem- und Rekordwerten beschrieben. Die Messgrössen Temperatur, Niederschlag, Sonnenscheindauer und Wind stehen im Fokus.

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Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz verfügt über ein qualitätsgeprüftes Klima-Messnetz, das von 1864 bis heute kontinuierlich ausgebaut wurde und auch in Zukunft weiterentwickelt wird. Es bildet die Grundlage zur Beobachtung und Analyse des Klimas und dessen Veränderung in der Schweiz. In regelmässigen Monats- und Jahresrückblicken informiert MeteoSchweiz über den aktuellen Klimazustand. Das Schweizer Wetterarchiv enthält alle Jahresberichte seit Messbeginn. Unser heutiges Klima beschreibt MeteoSchweiz gemäss Vorgabe der Weltorganisation für Meteorologie WMO anhand der Messdaten in der Periode 1991-2020. Nachfolgend werden die wichtigsten Eigenschaften des Schweizer Klimas grafisch aufgearbeitet und im Detail beschrieben.

Temperatur

Die Schweizer Durchschnittstemperatur der Jahre 1991-2020 beträgt 5,8 °C. Der Jahresdurchschnitt im Mittelland beträgt 8-12 °C, wobei die höchsten Werte in der Westschweiz am Genfersee und am Jurasüdfuss, im Raum Basel und in den Föhntälern entlang des Rheins und der Reuss erreicht werden. Noch etwas höher sind die Jahresmittel in den tiefen Lagen rund um die grossen Tessiner Seen und im Unterwallis. In den Voralpen und Alpen nimmt die Jahresmitteltemperatur mit zunehmender Höhe ab. In den höchstgelegenen Regionen der Schweiz liegen die Durchschnittswerte deutlich unter dem Gefrierpunkt.

Wo Hitze zu spüren ist

Die höchsten Temperaturen werden im Juli und August in den tieferen Lagen des Landes gemessen. Mittlere Tagesmaxima um 25 °C und mehr sind in den tieferen Lagen der Alpensüdseite und im Mittelland möglich. In den Monaten Juni, Juli und August treten typischerweise auch die längsten und intensivsten Hitzewellen mit Tageshöchstwerten von mehr als 30 °C auf. Bei stabilen Wetterlagen kann die Tageshöchsttemperatur von Tag zu Tag ansteigen und lokal über 35 °C klettern. Hitze stellt eine gesundheitliche Belastung für Menschen dar und bedeutet Stress für Tiere und Pflanzen. Auf der Alpensüdseite gibt es in den tiefen Lagen im Mittel (Zeitraum 1991-2020) 10-20 Tage pro Jahr, an denen die Temperatur auf 30 °C oder mehr steigt. Etwas weniger Hitzetage weist das Mittelland auf. Kaum Hitzetage gibt es oberhalb von 1200 m ü. M. Als Folge des Klimawandels werden Hitzeperioden seit etwa 1980 deutlich häufiger und intensiver.

Das Klima der Schweiz ergibt sich primär aus der geografischen Lage des Landes in den mittleren nördlichen Breiten in Mitteleuropa sowie der komplexen Topografie mit den hohen Alpengipfeln und den tief eingeschnittenen Tälern. Die geografische Lage bestimmt einerseits die Sonneneinstrahlung im Jahresverlauf und damit die Jahreszeiten und Tageslängen. Andererseits hängt es von der geografischen Lage und der Jahreszeit ab, welche Wetterlagen vorherrschen. Die abwechslungsreiche Topografie des Alpenraums sorgt für regionale Unterschiede. Auch kommt es zu klimatischen Eigenheiten, die regelmässig auftreten (Witterungsregelfälle), darunter etwa die Schafskälte oder die Eisheiligen.

Das Klima Mittel- und Nordeuropas und somit auch der Schweiz wird stark durch den Atlantik bestimmt. Die Schweiz befindet sich in der Westwindzone, weshalb die meiste Zeit des Jahres Luftmassen aus westlichen Richtungen zur Schweiz gelangen. Vergleichsweise selten sind Anströmungen aus östlichen Richtungen sowie aus Norden und Süden. Auch Hoch- oder Tiefdruckgebiete direkt über der Schweiz sind vergleichsweise rar (je 2% der Anströmungsrichtungen, was rund einer Woche pro Jahr entspricht).

Mit den vorherrschenden Strömungen aus Westen und Nordwesten gelangt vorwiegend feucht-milde Meeresluft in die Schweiz. Im Sommer wirkt diese kühlend, im Winter wärmend. Im Sommer, wenn sich die starken Höhenwinde aus Westen (Jetstream) in der Regel weiter nach Norden verlagern, dominiert in der Schweiz ein kontinentales Klima mit starken Schwankungen von Temperatur und Niederschlag im Tagesverlauf. Niederschlag fällt dann oft als Folge von Gewittern im zweiten Teil des Tages. Das ganze Jahr hindurch fällt in den meisten Gebieten der Schweiz genügend Niederschlag, um den Bedarf von Wirtschaft und Bevölkerung zu decken. Die Alpen wirken dabei als markante Klimaschranke zwischen der Nord- und der Südschweiz.

Die Südschweiz wird hauptsächlich vom Mittelmeer beeinflusst. Das Klima dort unterscheidet sich vom Norden vor allem durch deutlich mildere Winter. Die Alpensüdseite ist auch bekannt für Starkniederschläge im Zusammenhang mit Tiefdruckgebieten im Golf von Genua und beim Aufgleiten feuchter Luftmassen über den Südalpen bei Südwestlagen oder Südföhn.

Wo Kälte den Alltag prägt

In den höher gelegenen Gebieten der Schweiz ist Kälte ein wichtiger Teil des Klimas. In den Niederungen sind Frost und Eisglätte als Folge von Kältephasen ein Problem für die Landwirtschaft, die Bevölkerung und die Infrastruktur. Die kältesten Temperaturen werden in den Monaten Januar und Februar registriert. Die intensivsten Kältewellen sind oft verbunden mit dem Zufluss kalter Luft aus nördlicher bis östlicher Richtung (Polarluft, Bisenlagen). Im nördlichen Mittelland liegen die Tagestiefsttemperaturen in den Monaten Dezember bis Februar im Durchschnitt nur leicht unter 0 °C, in den tiefen Lagen des Tessins etwas höher. In Tallagen oder Senken können sich Ansammlungen von Kaltluft bilden, die über mehrere Tage zu Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt führen.

Das Klima der Schweiz hat sich seit Messbeginn 1864 in allen Jahreszeiten um mehr als 2 °C erwärmt, etwa doppelt so stark wie im weltweiten Mittel. Die Klimaszenarien CH2018 zeigen, dass sich dieser Trend in Zukunft fortsetzen wird. Die Nullgradgrenze steigt. Als Folge davon fällt der Winterniederschlag in tieferen Lagen vermehrt als Regen statt in Form von Schnee. Starkniederschläge haben an Intensität und Häufigkeit zugenommen. Auch diese Entwicklung verstärkt sich in Zukunft. Die Sommer werden insgesamt heisser und trockener. Um die Folgen des Klimawandels auch in der Schweiz einzudämmen, braucht es weltweite Anstrengungen zur Reduktion der Treibhausgase.

Niederschlag

Die grössten jährlichen Niederschlagsmengen werden in den Alpen, in den Voralpen, auf der Alpensüdseite und über den westlichen Jurahöhen erreicht. In diesen Gebieten sind Jahressummen von ungefähr 2000 mm üblich. Im nördlichen Flachland beträgt die durchschnittliche Menge etwa 1000-1500 mm pro Jahr. Die jährliche Niederschlagsmenge, die über der ganzen Schweiz niedergeht, entspricht ungefähr dem Fassungsvermögen des Bodensees. Fast überall in der Schweiz fällt im Sommer mehr Niederschlag als im Winter. Ursache hierfür sind die erhöhte Verfügbarkeit von Wasser in der Atmosphäre aufgrund höherer Temperaturen und ergiebige Gewitter. In den übrigen Jahreszeiten sorgen vor allem Tiefdruckgebiete mit vorüberziehenden Kalt- und Warmfronten für Niederschlag.

Klimadiagramme sind zum Beispiel bei der Reiseplanung hilfreich. Sie liefern nützliche Informationen für Feriengäste in der Schweiz und alle, die wissen möchten, welches Klima an einem konkreten Ort zu erwarten ist.

Die Alpen wirken als Klimaschranke zwischen Nord und Süd und erzeugen dadurch einen weiteren Klimabereich: die inneralpinen Täler. Sie sind nach Norden und nach Süden gut gegen feuchte Luftmassen abgeschirmt und weisen deshalb sehr trockene Bedingungen auf. Typische Vertreter dieser trockenen Täler sind das Rhônetal im Wallis in der Südwestschweiz und das Engadin in der Südostschweiz. Im Rhônetal beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge gebietsweise nur 550 bis 700 mm pro Jahr, im Engadin sind es regional zwischen 700 und 1000 mm pro Jahr, also etwa die Hälfte der Niederschläge, die im Mittelland fallen.

Als Starkniederschläge werden in der Regel seltene Niederschlagsereignisse bezeichnet, die wenige Minuten bis einige Tage dauern und Überschwemmungen verursachen oder zu Erdrutschen und Schlammlawinen führen können. Je nach Anwendung werden Starkniederschläge mit unterschiedlichen Schwellenwerten definiert. Niederschlagsereignisse sind im Tessin am intensivsten. Im langjährigen Mittel beträgt der maximale Stundenniederschlag pro Jahr an einigen Tessiner Stationen 30 mm und mehr. Das entspricht einem kräftigen Tagesniederschlag im Mittelland. Die höchsten Tagesniederschläge werden auf der Alpensüdseite oft im Herbst bei Südanströmung registriert. Nördlich der Alpen sind hohe Tagessummen oft mit Gewittern verbunden und treten deshalb häufig im Sommer auf.

Niederschlagsextreme

Bei Extremwertanalysen wird aus der grössten Niederschlagsmenge innerhalb eines Jahres für verschiedene Dauerstufen und über den gesamten Messzeitraum bestimmt, wie häufig (mit welcher Wiederkehrperiode) gewisse Niederschlagsmengen (Wiederkehrwerte) überschritten werden. Diese Informationen lassen sich beispielsweise für Risikoabschätzungen von Überschwemmungen nutzen.

Im nördlichen Mittelland wird etwa alle 100 Jahre ein Tagesniederschlag von 100 mm überschritten. Im Westtessin, insbesondere im Centovalli, entspricht ein 100-jähriges Ereignis bei den Tagesniederschlagssummen mehr als 300 mm. Im Mittelland werden etwa alle zehn Jahre Tagessummen von 60-70 mm überschritten. Im Tessin sorgt ein 10-jähriges Niederschlagsereignis für 200 mm und mehr Niederschlag pro Tag.

Hagel sorgt für Millionenschäden

Wenn Gewitterwolken hoch genug wachsen, können sich Graupel oder Hagel bilden. Hagel verursacht in der Schweiz jedes Jahr Schäden in Millionenhöhe. Am meisten Hagel gibt es in den Sommermonaten. Abhängig von der Grösse des Hagelzugs und dessen zurückgelegter Distanz kann Hagelschlag während eines Ereignisses sehr lokal, aber auch über grösseren Regionen auftreten. Als Hotspots für Hagelniederschlag gelten die Napfregion, das Tessin und der Jura. In diesen Gebieten sind 2-4 Hageltage pro Sommerhalbjahr zu erwarten. Etwa alle zehn Jahre fallen dort Hagelkörner mit einer Grösse von bis zu 4-5,5 cm. Das Schadenausmass hängt neben Grösse der Hagelkörner auch von der Menge an Hagel ab, die über einem Gebiet niedergeht. In den Alpen ist Hagel eher selten.

Trockenheit beeinträchtigt die Landwirtschaft und andere Wirtschaftszweige

Trockenheit kann je nach Dauer die Land- und Forstwirtschaft, die Wasser- und Energieversorgung oder die Schifffahrt betreffen und das unterschiedlich stark. Deshalb gibt es verschiedene Definitionen für den Begriff. Als meteorologische Trockenheit wird ein Niederschlagsdefizit (wenn zu wenig Niederschlag fällt) verstanden, das über einige Monate oder über mehrere Jahreszeiten anhält.

Südlich der Alpen sind längere Perioden ohne Niederschlag häufiger als im Norden. Dort treten Perioden, in denen während mehr als einem Monat kein Niederschlag fällt, alle paar Jahre auf. Die bisher längste Periode ohne Niederschlag wurde in Lugano vom Dezember 1988 bis Februar 1989 verzeichnet, sie betrug 77 Tage.

Sonnenschein

An den sonnigsten Orten in der Schweiz scheint die Sonne im Mittel 2000 Stunden pro Jahr und mehr. Dazu gehören Regionen im Tessin oder im Wallis. Wie viel Sonne ein Ort überhaupt erhalten kann, ist vom Sonnenstand und von der lokalen Beschattung durch umliegendes Gebirge und der Hanglage bestimmt.

Die relative Sonnenscheindauer gibt an, wie gross die Besonnung im Verhältnis zur maximal möglichen Sonnenscheindauer ist. Die relative Sonnenscheindauer ist abhängig von der Witterung (Bewölkung). Die höchste relative Sonnenscheindauer wird in den inneralpinen Trockentälern, zum Beispiel im Rhônetal und Engadin, sowie auf der Alpensüdseite registriert. Im nördlichen Mittelland, wo vor allem in der kälteren Jahreshälfte häufig Hochnebel auftritt, ist die relative Sonnenscheindauer vergleichsweise gering.

Der Begriff Globalstrahlung bezeichnet die gesamte an einem Messgerät auftreffende Solarstrahlung. Sie entspricht der Summe aus der direkten Solarstrahlung und der kurzwelligen diffusen Strahlung, welche die Oberfläche des Messgeräts über Streuung an Wolken und Russ- oder anderen Partikeln erreicht. Die erhobenen Informationen sind wertvoll, um Photovoltaikanlagen und Solarheizungen zu planen. Die höchsten über ein Jahr gemittelten Globalstrahlungswerte der Schweiz stammen aus den höhergelegenen Gebieten im Alpenraum.

Auf Sonnendach.ch lässt sich für jede Adresse in der Schweiz anzeigen, wie viel Strom oder Wärme das Dach oder die Fassade eines Gebäudes produzieren kann.

Bodennebel und Hochnebel

Nebel ist eine sehr häufige Erscheinung in der kalten Jahreshälfte. Ab Spätherbst bis in den Frühling bildet sich vor allem bei Hochdrucklagen regelmässig Bodennebel. Dieser entsteht bevorzugt entlang von Flüssen und Seen, da die Luft darüber sehr feucht ist.

Hochnebel tritt oft in Verbindung mit kühlem und trockenem Ost- oder Nordostwind (Bise) auf. Die trockene Luft der Bise bewirkt ein Anheben des Bodennebels. Je stärker die Bise weht, umso höher liegt in der Regel die Obergrenze der Hochnebeldecke. Starke und anhaltende Bise kann dafür sorgen, dass sich die Hochnebeldecke über mehrere Tage und Wochen nicht auflöst. Besonders betroffen ist das nördliche Mittelland und der Jurasüdfuss. Als Folge des Hochnebels entstehen Inversionen: Über dem Hochnebel, z.B. in den Alpen, scheint dann die Sonne und es ist wärmer als unter der Hochnebeldecke.

Das Wetter bezeichnet den Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt. Im Unterschied dazu wird das Klima anhand von langjährigen statistischen Eigenschaften (Durchschnittswerte, Schwankungsbereiche, Extreme und Rekorde) verschiedener meteorologischer Messgrössen wie Temperatur, Niederschlag oder Sonnenscheindauer beschrieben. Die Berechnung dieser Eigenschaften erfolgt weltweit standardmässig über den gleichen Zeitraum von 30 Jahren. So kann das Klima verschiedener Regionen miteinander verglichen werden. Mittelwerte dieser sogenannten Normperioden werden auch als Klima-Normwerte bezeichnet. Da sich das Klima im Wandel befindet, wird die Normperiode alle zehn Jahre aktualisiert.

Wind

Die dominanten Windrichtungen an Bodenmessstationen hängen einerseits mit der geografischen Lage zusammen. Andererseits spielt die Lage der Messstationen und die Beschaffenheit des Umlandes eine Rolle (Höhe, Talrichtung, Exposition). In vielen Gebieten des Landes weht der Wind in Bodennähe deshalb oft aus westlicher bis südwestlicher oder nordwestlicher bis nordöstlicher Richtung.

Die Windgeschwindigkeit hängt stark von der herrschenden Wetterlage und der Exposition einer Messstation ab. An vielen Tagen im Jahr weht der Wind in tieferen Lagen nur sehr schwach. Dementsprechend liegt die jährlich gemittelte Windgeschwindigkeit im Mittelland fast überall unter 10 km/h. Höhere Windgeschwindigkeiten werden besonders in Gipfellagen registriert.

Starke Winde können Schäden verursachen. Oberhalb von etwa 75 km/h besteht ein erhöhtes Schadenspotential. An den meisten Orten im Mittelland wird dieser Schwellenwert im Durchschnitt an weniger als 14 Tagen pro Jahr überschritten. In den Voralpen ist dies stellenweise an mehr als 30 Tagen der Fall. In Gipfellagen in den Alpen weht der Wind im Mittel etwa an jedem sechsten Tag mit mehr als 75 km/h oder noch häufiger.

Bei Gewittern sind die Windspitzen oft sehr lokal und kurzlebig und daher schwer zu erfassen. Im Zusammenhang mit kräftigen Tiefdruckgebieten können in der ganzen Schweiz über mehrere Stunden bis Tage orkanartige Winde mit Geschwindigkeiten über 100 km/h herrschen. Solche Stürme treffen vor allem im Winterhalbjahr auf die Schweiz und können über grossen Gebieten zu enormer Zerstörung an der Infrastruktur oder in der Forst- und Landwirtschaft führen. Die stärksten Stürme der jüngeren Vergangenheit waren Lothar (Dezember 1999), Vivian (Februar 1990) und Burglind (Januar 2018).

Eine spezifische Eigenheit des Schweizer Klimas ist der Föhn. Dieser alpenquerende Wind erzeugt auf der dem Wind abgewandten Seite (Leeseite) ausgeprägt milde und trockene Bedingungen und weist häufig hohe Geschwindigkeiten auf. Es gibt sowohl Süd- als auch Nordföhn. Südföhn sorgt für warme Bedingungen auf der Alpennordseite und tritt vor allem von Herbst bis Frühling auf. Am eindrücklichsten ist der Effekt des Föhns in den Nord-Süd-ausgerichteten Föhntälern, zum Beispiel im Reusstal und im Rheintal. Nordföhn ist in der Südschweiz vor allem im Winterhalbjahr ein wichtiger Klimafaktor und sorgt oft während einiger Tage für schönes Wetter und milde Bedingungen.

Schnee

Ab einer Höhenlage von 1200-1500 m ü. M. fällt Niederschlag im Winter vorwiegend als Schnee, so dass hier oft wochenlang, in grösserer Höhe auch monatelang, eine geschlossene Schneedecke liegt. Vergleichsweise selten schneit es in den Tieflagen der Westschweiz (Region Genf) und der Nordschweiz (Region Basel) sowie im Flachland ganz im Süden der Schweiz. In diesen – primär aufgrund der niedrigen Lage – wärmeren Regionen sind gänzlich schneefreie Winter keine Seltenheit. Mit dem Klimawandel steigt die Nullgradgrenze und damit auch die Schneefallgrenze, wodurch Niederschlag vermehrt bis weit hinauf als Regen fällt und schneearme Winter häufiger werden.

Phänologie und Pollen

Die Verbreitung von Pflanzen und deren Entwicklung im Jahresverlauf hängt direkt mit dem Klima und der Witterung im laufenden Jahr in einer Region zusammen. Die grossen lokalen Unterschiede bezüglich Temperatur, Niederschlag und Besonnung in der Schweiz sind dafür verantwortlich, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten je nach Gebiet verschiedene Pflanzen niedergelassen und verbreitet haben. So kommen gewisse Pflanzen bevorzugt in bestimmten Höhenlagen der Schweiz vor.

Für Pollenallergiker heisst das zum Beispiel, dass sie sich je nach Gebiet unterschiedlichen Risiken aussetzen, an Heuschnupfen zu erkranken. Je nach Temperatur- und Niederschlagsentwicklung unterscheiden sich die Start- und Endzeitpunkte der Pollensaison und der verschiedenen phänologischen Phasen im Jahresverlauf. Zudem gibt es starke Schwankungen von Jahr zu Jahr und von Region zu Region.

In tieferen Lagen beginnt die Vegetationsperiode früher und endet später als in den Voralpen und Alpen. Im zentralen und östlichen Mittelland beginnt die Pollensaison durchschnittlich im Januar mit den Hasel- und Erlenpollen. Ab März werden beispielsweise Birkenpollen spürbar. Gräserpollen treten typischerweise ab April auf und sind bis Ende August oder September für viele Betroffene ein Problem.

Der Klimawandel führt dazu, dass die Vegetationsperiode früher beginnt und länger dauert, weshalb Pflanzen aus tiefen Lagen vermehrt auch in grösseren Höhen anzutreffen sind.

Pollenkalender bieten einen schnellen Überblick, wann im Jahresverlauf welche Pollenbelastungen auftreten.

Wiederkehrende Eigenheiten des Schweizer Klimas

Das Klima der Schweiz weist zahlreiche Eigenheiten auf, die regelmässig auftreten – vom Schneefall im Frühling über die Schafskälte und die Eisheiligen bis zum Altweibersommer im Herbst oder dem ersten Schneefall. Im Wetterlexikon werden diese Witterungsregelfälle näher beschrieben und analysiert.