Warum neue Klimaszenarien?
Basierend auf dem Mandat des Bundesrats und im Rahmen der Strategie zur Anpassung an den Klimawandel stellt das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz regelmässig aktuelle und für alle Anwendungen frei verfügbare Klimaszenarien bereit. Die MeteoSchweiz erarbeitet diese zusammen mit der ETH Zürich und dem Center for Climate Systems Modeling (C2SM), mit Beiträgen der Universität Bern und Universität Lausanne, unter dem Schirm des National Centre for Climate Services (NCCS). Global werden neueste Erkenntnisse zum Klimawandel vom Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderung (IPCC) in regelmässigen Abständen entwickelt und veröffentlicht. Mit jeder Aktualisierung für die Schweiz werden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, unter anderem aus dem IPCC, aktuellste Modellierungen sowie Rückmeldungen von Nutzenden berücksichtigt. So können öffentlich und privat tätige Personen und Organisationen stets mit den besten verfügbaren Grundlagen arbeiten.
Was ist neu an Klima CH2025?
Seit der Veröffentlichung der Schweizer Klimaszenarien CH2018 haben sich sowohl das Klima, die Wissenschaft als auch die Bedürfnisse der Nutzenden weiterentwickelt. Ein zentrales Ziel von Klima CH2025 war es, Beobachtungsdaten und modellbasierte Szenarien besser zu verknüpfen. So können konsistente und anwendungsorientierte Informationen bereitgestellt werden – etwa durch die Einführung globaler Erwärmungsniveaus (Global Warming Levels, GWLs). Diese ermöglichen eine direkte Verknüpfung politischer Klimaziele mit klimatischen Auswirkungen.
Klima CH2025 baut auf CH2018 auf und erweitert es um längere Messreihen, verbessertes Prozessverständnis und Informationen aus neuen, hochaufgelösten und konvektionserlaubenden Klimamodellen. Ausserdem wurde die aktuelle MeteoSchweiz-Referenzperiode 1991–2020 verwendet. Zudem konnten unter anderem detaillierte Informationen zu Starkniederschlägen sowie Hitze im urbanen Raum erarbeitet werden. Im Einklang mit der beobachteten raschen Erwärmung zeigen die neuen Szenarien eine höhere Erwärmung als die früheren Projektionen. Bei einer globalen Erwärmung von 3 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit entspricht dies einer etwa 10 bis 15 Prozent stärkeren Erwärmung als in CH2018.