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Ergiebige Niederschläge mit hoher Schneefallgrenze erwartet

MeteoSchweiz-Blog | 12. November 2023
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In den kommenden drei Tagen bringt eine markante West- bis Nordwestlage vielerorts ergiebige Niederschläge mit teils sehr hoher Schneefallgrenze. Auch der starke bis stürmische Wind wird zum Thema. Wir schauen uns heute die einzelnen Tage im Detail an.

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Bereits gestern haben wir an dieser Stelle einen Überblick zur aktuelle Warnlage publiziert. Die neuesten Unterlagen bestätigen die Einschätzung vom Vortag weitgehend. Insgesamt erwarten wir am Alpennordhang und in weiten Teilen des Wallis innerhalb von 78 Stunden zwischen 100 und 150 mm Niederschlag.

So schauen wir uns heute die Entwicklung für die einzelnen Tage etwas genauer an, inklusive einem kurzen Rückblick auf den ersten Schnee, der heute in Teilen des Mittellandes gefallen ist.

Heute Sonntag - Schnee teils bis ins Mittelland, dann kam die Warmluft

Im Vorfeld der heute wetterbestimmenden Warmfront konnte die bodennahe Luft abkühlen. Somit war die Schneefallgrenze in der ersten Niederschlagsphase heute Vormittag teils sehr tief. Insbesondere in der Region Bern und am Jurasüdfuss vom Bielersee bis in den Kanton Aargau schneite es am Vormittag vorübergehend kräftig.

In der Folge ist die Schneefallgrenze im Tagesverlauf aus Westen sukzessive auf 1700 bis 2000 Meter gestiegen. Einzig in einigen Alpentälern verharrte sie noch auf tieferem Niveau.

Die Niederschläge halten am Nachmittag und Abend sowie in der Nacht auf Montag weiter an. Dazu nimmt der Westwind weiter zu und wird allmählich auch im Flachland spürbar. Dabei sind Böenspitzen von 30 bis 60 km/h zu erwarten. In den Bergen erwarten wir Böenspitzen von 100 bis 130 km/h.

Montag - vorübergehend wenig Niederschlag, aber massive Erwärmung

Am Montag befindet sich die Schweiz im Warmsektor des Tiefs, also zwischen der Warm- und der Kaltfront. Der Niederschlag lässt im Laufe des Vormittags vorübergehend nach. Zwischendurch dürfte sich vor allem in den Alpen auch kurzzeitig die Sonne zeigen.

Die Temperaturen steigen aber weiter an. Auf 3000 Metern dürften sie vor allem in der westlichen Landeshälfte am Nachmittag und Abend knapp positive Werte erreichen.

Dienstag - die intensivste Phase des Niederschlags

Am Dienstag erwarten wir mit der langsam von Nordwest nach Südost durchziehenden Kaltfront die intensivste Niederschlagsphase. Am Dienstag befindet sich die Schneefallgrenze zunächst im Bereich von 2500 bis 2900 Metern. Bis am Abend dürfte sie aus Norden langsam auf 2000 bis 2500 Meter absinken.

Im Wallis und auf der Alpennordseite dürften gemäss dem europäischen Prognosemodell verbreitet 40 bis 60 mm Niederschlag fallen. Andere Modellrechnungen zeigen in den westlichen Alpen auch höhere Mengen.

Sowohl der zeitliche Verlauf als auch die Niederschlagsmengen sind noch mit gewissen Unsicherheiten behaftet.

Mittwoch - langsame Beruhigung bei sinkender Schneefallgrenze

In der Nacht auf Mittwoch erreicht uns aus Nordwesten deutlich kältere Luft. Dabei dürfte die Schneefallgrenze gegen 1300 Meter absinken. In der labileren Luftmasse fallen bis am Mittwochmittag noch zahlreiche schauerartige Niederschläge, bevor dann im Verlaufe des Mittwochnachmittags ein Zwischenhoch vorübergehend für eine Stabilisierung und Abtrocknung der Luftmasse sorgt. Die Warnlage endet um 12 Uhr.

Donnerstag - das nächste Sturmtief und die nächste Warnlage?

Die aktuellsten Modellunterlagen zeigen, dass sich auf Donnerstag über dem nahen Atlantik bereits das nächste Sturmtief formieren dürfte. Von der Bretagne zieht es im Verlaufe des Donnerstags bis nach Mitteldeutschland. Dabei erreicht uns zunächst dessen Warm- gegen Abend auch die Kaltfront. Dabei sind erneut Niederschläge, teils stürmische Winde und möglicherweise die nächste Warnlage zu erwarten.