Wieso ist Bodenfeuchte so wichtig?
Bodenfeuchte ist eine Kenngrösse der Erfassung und frühzeitigen Erkennung von Trockenheit. Sie wird bereits heute von manchen Kantonen und Forschungseinrichtungen erhoben. Die bestehenden Messnetze sind aber unterschiedlich aufgebaut, haben unterschiedliche Sensoren im Einsatz und messen in unterschiedliche Tiefen. Das nationale Messnetz wird diese laufenden Messungen bis 2027 verknüpfen und, wo nötig, ergänzen. Somit wird ein möglichst umfassender und einheitlicher Datensatz für die ganze Schweiz geschaffen.
Sämtliche Daten fliessen im 10-Minuten-Takt in die MeteoSchweiz-Datenbank. Diese bilden die Grundlage für die im Mai lancierte, nationale Trockenheitsplattform. Dabei sind drei Fachstellen vom Bund beteiligt: Das Bundesamt für Umwelt BAFU, das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz und das Bundesamt für Landestopografie swisstopo. Ihnen wurde aufgetragen, ein schweizerisches Früherkennungs- und Warnsystem für Trockenheit aufzubauen. Teil davon ist auch das neu entstehende Messnetz für Bodenfeuchte. Das System soll Behörden, Sektoren wie Landwirtschaft, Wald oder Energie, und die Bevölkerung frühzeitig über Trockenheitsgefahren informieren.
Das nationale Bodenfeuchtemessnetz
Bis 2027 sollen über die ganze Schweiz verteilt mindestens 20 Stationen ein nationales Bodenfeuchtemessnetz bilden. In sechs Wäldern installierten die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL und die ETH Zürich bereits neue Stationen und betreuen diese seither. Gleichzeitig wurden sechs Stationen auf Grasland auf bestehenden automatischen SwissMetNet Stationen von MeteoSchweiz eingerichtet. Ein Minimum von acht solchen Graslandstationen soll bis Ende 2027 noch dazukommen. Simone Bircher von MeteoSchweiz koordiniert als Projektleiterin den Aufbau des neuen Messnetzes.