Was bedeutet systematische Klimabeobachtung?
Darunter kann man sich alle möglichen Variablen vorstellen, die weltweit gemessen werden, und die essenziell für die Charakterisierung des Erdklimas sind. Dazu gehören beispielsweise Luft- oder Wassertemperaturen, Gletschermassenänderung und so weiter. Klimabeobachtung allein aber, vor allem wenn sie lückenhaft ist, nützt nicht viel. Solche Messungen müssen systematisch stattfinden. Das heisst: Kriterien wie etwa Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit, Langfristigkeit und auch die Archivierung und der Zugang der Messdaten spielen eine essenzielle Rolle. Nur so können langjährige Entwicklungen beobachtet und analysiert werden, und auf deren Basis Klimapolitische Entscheidungen getroffen werden.
Auch in diesem Jahr war die Gletscherschmelze in der Schweiz enorm. Wie wichtig ist das Thema Gletscher in den Verhandlungen?
Die Schweiz ist als Alpenland vom Klimawandel besonders betroffen. Das zeigen die neusten Schweizer Klimaszenarien CH2025 deutlich. Die Temperaturen steigen hierzulande doppelt so stark an wie im weltweiten Durchschnitt. Deshalb setzen wir uns nicht nur für ambitionierte Klimaziele ein, sondern auch dafür, dass die internationale Beobachtung der Gletscher in den Verhandlungen Beachtung findet und in den betroffenen Ländern gestärkt wird. In diesem Jahr – dem «Internationalen Jahr zum Schutz der Gletscher» - hoffen wir, das Momentum nutzen zu können und Impulse an der COP30 zu setzten.
Wer ist neben dir als Teil der Schweizer Delegation vor Ort in Belém?
Die Schweizer Delegation wird von Umwelt-Botschafter Felix Wertli geleitet. Er ist Chef der Abteilung Internationales beim Bundesamt für Umwelt BAFU. Die Verhandlungsdelegation umfasst zehn Expertinnen und Experten der Bundesverwaltung mit Expertise aus verschiedenen Themenbereichen. Die Delegation wird zudem unterstützt durch je eine Vertretung der Wissenschaft, dieses Jahr Prof. Géraldine Pflieger von der Universität Genf, und der Jugend. Hinzu kommen vier Vertretungen der Zivilgesellschaft aus NGO- und Wirtschaftskreisen. Unsere Delegation ist im Vergleich zu anderen eher klein. Sie kann dafür effizient arbeiten, weil wenige Personen viele Themen abdecken.