In den letzten Jahren kam es häufiger vor, dass in der Schweiz Polarlichter, auf der Nordhalbkugel auch Aurora Borealis genannt, beobachtet werden konnten. Ein solch ausgeprägtes und langanhaltendes Ereignis wie in der vergangenen Nacht ist dann aber doch selten und gab es zuletzt am 10. Mai 2024.
Wir befinden uns aktuell immer noch in einer hohen Aktivitätsphase der Sonnenflecken (11-Jahreszyklus), weswegen Sonnenstürme häufiger und kräftiger ausfallen. Der Sonnensturm, der sich am Abend des 18. Januars ereignete, war günstig auf die Erde gerichtet und führte in der Magnetosphäre zu einem starken Protonenfluss. Dies führte neben dem Naturschauspiel auch zu einer Space Weather Warnung der Stufe 4 von 5.
Da die Sonnenaktivität wieder zurückgegangen ist, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit für die Sichtung von Polarlichtern in unseren Breitengraden drastisch. Gemäss dem K-Index für die mittleren Breiten, der die geomagnetische Aktivität angibt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Nacht mit Polarlichtern in den mittleren Breitengraden gering.

Auf der anderen Seite ist aufgrund der aktuellen Wetterlage die Fragestellung naheliegend, wie oft wir in diesem Winter «unten grau, oben blau» miterlebten und ob dies im Vergleich zu den Vorjahren ab- oder zugenommen hat. Wenn wir uns die Statistik für die verschiedenen Regionen des Schweizer Mittellandes angucken, gab es in den vergangenen Jahrzehnten einen leichten Abwärtstrend. Das letzte Winterhalbjahr 24/25 stach jedoch im Vergleich mit 40 bis 50 Nebel- oder Hochnebeltagen heraus (siehe Abbildung unten). Und auch dieses Jahr sind wir bisher eher überdurchschnittlich gegenüber der letzten 5 Jahre unterwegs. Im westlichen Mittelland gab es bisher 26 Nebel- oder Hochnebeltage, in der Zentralschweiz 32 Tage, und im östlichen Mittelland sogar 38 Tage.

Ob wir bis Ende des Winterhalbjahres am 31. März auf dem Niveau des Vorjahres landen oder ob man nur leicht oberhalb des Trends zu liegen kommt, lässt sich aktuell noch nicht sagen. Fakt ist: In den nächsten Tagen werden noch ein paar zusätzliche Tage für die Nebelstatistik zusammenkommen.