Am 10., 11. und 12. Februar verursachten zwei zyklonale Systeme nördlich der britischen Inseln mehrere Warm- und Kaltfronten, die nacheinander über die Schweiz zogen und dabei Niederschläge auslösten. Die Kaltfronten brachten Polarluft mit sich. Die Folge davon waren relativ kalte Temperaturen (Schneefallgrenze auf ungefähr 700 m). In diesen Tagen gingen die Niederschläge im grössten Teil des Landes in Form von Schnee nieder.
Am 13. Februar erreichte ein atmosphärischer Fluss Westeuropa aus westnordwestlicher Richtung und transportierte hohe Feuchtigkeitsmengen in Richtung Schweiz. Ein atmosphärischer Fluss ist ein enger Luftkorridor auf relativ geringer Höhe (0 bis 2 km), in dem ein intensiver Feuchtigkeitstransport von den niedrigeren Breitengraden hin zu den mittleren Breiten stattfindet. Der atmosphärische Fluss ist in der Abbildung unten ersichtlich, wo hohe Feuchtigkeitswerte aufgeführt sind, d. h. ungefähr da, wo der gesamte Säulenwasserdampf über 20 kg/m2 beträgt (grün und gelb).

Im vorderen Bereich des atmosphärischen Flusses befand sich eine Warmfront, die einen Temperaturanstieg verursachte, als sie in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar über die Schweiz zog. Da die warme und feuchte Luft innerhalb des atmosphärischen Flusses gezwungen war, über die Topografie des Juras, der Voralpen und der Alpen aufzusteigen, ereigneten sich in diesen Regionen intensive Niederschläge. Da die Temperaturen zu diesem Zeitpunkt relativ hoch waren, ging eine hohe Niederschlagsmenge in der Form von Regen über der zuvor angehäuften Schneedecke nieder (siehe Abschnitt Niederschlag und Temperatur. Die intensiven Niederschläge dauerten bis am Nachmittag des 15. Februars an, als der atmosphärische Fluss in Richtung Süden umgeleitet und weniger feuchter Luft in Richtung Schweiz transportiert wurde.