Forschung und Entwicklung: der Schlüssel zu kontinuierlichem Fortschritt
Was der Öffentlichkeit vielleicht weniger bekannt ist: Die Regionalzentrale Locarno-Monti ist seit 1935 ein aktives Zentrum für Forschung und Innovation. Die Bioklimatologie und die Erforschung der Sonnenstrahlung waren die ersten Forschungsgebiete, denen in der Nachkriegszeit Hagelabwehr-Experimente zum Schutz des Tabakanbaus folgten.
Später gab es Studien und Forschungen auf dem Gebiet der Wolkenphysik, insbesondere über die Entstehung von Niederschlägen und Hagel. 1970 begann die Entwicklung der Wettersensoren, die den Grundstein für das erste landesweite automatische Messnetz legten. Mit dem Aufkommen der Wettersatelliten begann man Daten in Echtzeit für ganz MeteoSchweiz auszuwerten – eine Tätigkeit, die bis heute in Locarno wahrgenommen wird. Der Forschungsschwerpunkt in Locarno-Monti liegt jedoch auf der Radarmeteorologie: Seit 1960 werden Methoden zur Niederschlagsmessung in der komplexen alpinen Orographie entwickelt und laufend verbessert. Dass man heute auf dem Smartphone die Entwicklung eines Niederschlagsgebiets, eines nahenden Hagelgewitters oder Schneefall verfolgen kann, verdankt man der Arbeit aus Locarno-Monti, wo das Schweizer Netzwerk fünf Wetterradare in Echtzeit betreibt.
In den letzten 20 Jahren wurden zahlreiche Forschungen im Bereich des Nowcastings durchgeführt, also der Entwicklung automatischer Prognosemethoden für die Kurzfristvorhersage (0-6 Stunden) und u. a. auch von intensiven Phänomenen wie Gewitter. In den letzten Jahren neu hinzugekommen ist der Einbezug von Methoden und Algorithmen basierend auf künstlicher Intelligenz. Diese werden vor allem im Nowcastingbereich eingesetzt. Erste operative Anwendungen wurden bereits in der MeteoSwiss-App implementiert.