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Hitzeperioden

Hitzeperioden stellen eine extreme Belastung für den menschlichen Körper dar und können die Gesundheit gefährden. Sie können beispielsweise zu Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen führen und die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit mindern. Eine Hitzeperiode kann auch negative Auswirkungen auf die Natur und die Infrastruktur haben. So heizen sich Gewässer beispielsweise oft stark auf und Fische sterben. Im Bereich der Infrastruktur können hohe Temperaturen zu Aufwölbungen der Fahrbahn auf Autobahnen oder zu Gleisverformungen führen.

Hitzegefahr in der Schweiz

In der Schweiz wurde beispielsweise im Hitzesommer 2003 eine Zusatzsterblichkeit von 7%, bzw. 975 Personen verzeichnet, welche der Hitze zugeordnet wurden. In ganz Europa waren es gesamthaft rund 70’000 Personen.

Seit 2015 werden Hitzewellen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) als eine der grössten Bedrohungen im Sinne der Naturgefahren für die Schweiz klassifiziert.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat eine Liste mit möglichen Massnahmen zum Schutz vor der Hitze veröffentlicht.

Für Massnahmen vor, während und nach einer Hitzewelle, besuchen Sie diese Seite.  

Hitze in Städten

Städte weisen bei gewissen Wetterlagen und zu bestimmten Jahres- und Tageszeiten systematisch höhere Temperaturen im Vergleich zum Stadtumland auf. Die Temperaturunterschiede sind nachts besonders stark ausgeprägt. Am Tag hingegen sind die Unterschiede zwischen Stadt und Land meist geringer und die Lufttemperatur in den Städten ist oft nur wenig erhöht.

Dieser sogenannte städtische Wärmeinseleffekt (engl. urban heat island effect; UHI) kommt dadurch zustande, dass sich das Lokalklima in Städten durch dichte Bebauung, wenig Vegetation, anthropogene Emissionen, geringere Durchlüftung und Abwärme vom Landklima unterscheidet. Städte wärmen sich am Tag stärker auf und kühlen in der Nacht langsamer ab als das Umland, denn die Bausubstanz ist ein guter Wärmespeicher. Die städtische Wärmeinsel ist während Hochdruckwetterlagen am grössten, d.h. bei windschwachen, bewölkungsarmen und strahlungsintensiven Wetterlagen, also besonders während Hitzeperioden.

Vor allem die erhöhten nächtlichen Temperaturen in den Städten stellen eine gesundheitliche Belastung für die Stadtbewohnerinnen und -bewohner dar. Wenn die Nächte nicht ausreichend kühl sind, kann sich der Körper kaum erholen und auch die Hitzebelastung am Tag schlechter verkraften.

Um negative Folgen abzuwenden oder einzudämmen sind stadtplanerische und architektonische Massnahmen, der enge Kontakt zu den kantonalen Behörden sowie zeitige und effektive Warnungen vor Hitzeperioden wichtig. MeteoSchweiz weist auf die grössere Hitzebelastung in den Städten in den Warnungen vor Hitzewellen hin.

Zunehmend intensivere Hitzeperioden

Hitzeperioden treten in den letzten Jahrzehnten aufgrund der allgemeinen Klimaerwärmung häufiger und intensiver als früher auf. So nahmen zum Beispiel die Temperaturen der intensivsten Hitzeperioden über drei Tage an der Station Basel in den letzten Jahrzehnten um 2-2,5 °C zu und die längsten zusammenhängenden Phasen mit Tmean über 25 °C betragen heute mehrere Tage verglichen zu früher, wo sie kaum oder nur kurz auftraten (Abbildungen 2 und 3).

Für klimatologische Auswertungen wird nach wie vor die Hitzeschwelle 30 °C eine grosse Rolle spielen. Der bekannte Begriff des Hitzetages richtet sich danach, und auch viele Wetterdienste werden ihn weiterhin in den Prognosen verwenden, da dies eine in der Öffentlichkeit gut bekannte Grösse ist.

Gemäss den Schweizer Klimaszenarien CH2018 muss die Schweiz bis Ende des 21. Jahrhunderts infolge der fortschreitenden Klimaerwärmung mit einer weiteren Zunahme und Intensivierung von Hitzeperioden rechnen. Die Stärke dieser Entwicklungen ist abhängig vom zukünftigen globalen Ausstoss von Treibhausgasen. Ein Szenario ohne weltweite Klimaschutzmassnahmen bedeutet gesamtschweizerisch in tiefen Lagen eine deutliche Zunahme von Hitzetagen (Abbildung 4). Am meisten zusätzliche Hitzetage werden für die Region Genf, das Wallis sowie die Südschweiz erwartet.

Mit der fortschreitenden Klimaerwärmung ist auch eine Zunahme von Hitzestress und seinen negativen Auswirkungen auf Mensch und Gesellschaft verbunden. So zeigen beispielsweise Studien, dass in Zentral- und Nordeuropa die Hitzebelastung zum Problem werden könnte, vor allem wenn an der prallen Sonne gearbeitet wird. In der Schweiz wird ein Rückgang der Arbeitsproduktivität im Sommer von bis zu 25% berechnet.