Die städtische Hitzebelastung in Zukunft
Als Folge des globalen Klimawandels nimmt die Hitzebelastung für Städterinnen und Städter immer mehr zu. Angesichts des grossen und weltweit wachsenden Anteils der Stadtbevölkerung ist es unerlässlich, die zukünftigen Klimabedingungen in städtischen Umgebungen zu verstehen. Nur so können wirksame und auf städtische Gebiete zugeschnittene Minderungs- und Anpassungsstrategien entwickelt werden.
Im Rahmen der aktuellen Klimaszenarien CH2025 zeigt MeteoSchweiz auch die mögliche zukünftige Entwicklung ausgewählter Klimaindikatoren in fünf Schweizer Städten: Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich. Für diese Städte werden Klimaprojektionen für ländliche und innerstädtische Stationen ermittelt (Senoner et al. 2026). Damit lässt sich die erhöhte zukünftige Hitzebelastung in den Städten verdeutlichen.
Obwohl die mittlere Erwärmung in städtischen und ländlichen Gebieten ähnlich verläuft, werden die meisten städtischen Gebiete stärker von den steigenden Temperaturen betroffen sein als ihre ländliche Umgebung. Dies lässt sich beispielsweise anhand der steigenden Anzahl von Tropennächten pro Jahr oder der steigenden Temperatur der wärmsten Nacht des Jahres gut darstellen. So wurden im Zeitraum 1991-2020 an der städtischen Station Zürich Kaserne im Durchschnitt acht Tropennächte pro Jahr beobachtet, an der weniger zentral und erhöht gelegenen Station Zürich/Fluntern dagegen nur eine. Bei einer globalen Erwärmung von 3 °C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit – in einer sogenannten 3-Grad-Welt (GWL3.0) – wären in Zürich/Fluntern im Durchschnitt etwa 18 Tropennächte und in der Zürcher Innenstadt sogar 41 Tropennächte pro Jahr zu erwarten. In Extremjahren sind die Zahlen sogar deutlich höher. Vier weitere untersuchte Schweizer Städte (Basel, Bern, Genf, und Lausanne) weisen eine ähnliche Tendenz auf.